Meckenheim, Arche (Bild: Ralf Krob, 2021)

Yellow Submarine vor der Schließung

Es wird erzählt (und sollte es nur eine Geschichte sein, so ist es zumindest eine gute) dass das evangelische Gemeindezentrum in Meckenheim-Merl ursprünglich nach einem Beatles-Song benannt werden sollte. Schon in den 1960er Jahre hatte man Merl umfangreich erweitert und 1969 nach Meckenheim eingemeindet. Vor allem für den Großraum Bonn war diese “Neue Stadt” eine willkommene Entlastung, auch durch die damals zuziehenden Protestant:innen. Einige Jahre vor der katholischen Kirche St. Michael (1985) entstand in Merl das evangelische Gemeindezentrum. Das langgestreckte, gelb gefasste Ensemble mit zylindrischem Glockenträger bot ein breitgefächertes Raumprogramm für alle liturgischen, sozialen und kulturellen Bedürfnisse der Neubürger:innen. Für die Namensgebung hatte man einen Wettbewerb ausgerufen. Der anonym gezogene Gewinnerzettel trugt den Vorschlag “Yellow Submarine”, woraus man kirchlicherseits lieber “Arche” machte – schließlich sind beides Schiffe.

Ende 2021 gab die Evangelische Gemeinde Meckenheim bekannt, sich aus finanziellen Gründen künftig auf die Friedenskirche zu konzentrieren und alle weiteren Standorte, darunter die Arche in Merl, mittelfristig zu schließen. Von den Sparplänen soll auch eine zweite Predigtstätte der Gemeinde betroffen sein: die 1960 nach Entwürfen des renommierten Architekten Heinrich Otto Vogel fertiggestellte Christuskirche. Damals war eine fast dörflich anmutende, backsteinverkleidete Chortumkirche entstanden, an die man 1985 noch ein groß angelegtes Gemeindezentrum angliedern sollte. Ende 2021 regte sich in Meckenheim Widerstand gegen die drohenden Schließungen, zumindest im Fall der Christuskirche. Ob diese Bemühungen erfolgreich sein werden und wie es um die Zukunft der Arche steht, ist aktuell noch völlig offen. (kb, 6.2.22)

Meckenheim, Christuskirche (Bild: Ralf Krob, 2021)

Meckenheim, Christuskirche (Bild: Ralf Krob, 2021)

Titelmotiv: Meckenheim, Arche (Bild: Ralf Krob, 2021)