Berlin, Walter-Benjamin-Platz (Bild: Fridolin Freudenfett, CC BY-SA 3.0)

Über Architektur und rechte Politik

Das Center for Critical Studies in Architecture ist eine Kooperation der TU Darmstadt, der Goethe-Universität Frankfurt und des Deutschen Architekturmuseums Frankfurt (DAM). Bald geht es in die Politik, auf jeden Fall für einen Abend: Denn dass Architektur und Raumplanung politisch sind, wird selten bezweifelt. Ob Architektur und Räume faschistisch oder rechts sein können, gilt es indes zu debattieren. Immer wieder scheint die Frage aufzukommen, welche Rollen rechtspopulistische, rechtsextreme oder faschistische Politik in der und für die Architektur spielen. In den 1970er Jahren drehte sich die Diskussion unter anderem um Albert Speer und die Publikation seiner zwischen 1933 und 1942 entworfenen Architektur. 1987 erfuhr Leon Kriers Einleitung zur englischen und französischen Übersetzung von Speers Architekturbuch medialen Gegenwind. Im Zuge des Historikerstreits wurde die Planung eines Deutschen Historischen Museums in Berlin und Aldo Rossis Entwurf 1988 hitzig diskutiert. In den 1990er Jahren fragte man nach dem politischen Leitbild hinter der neuen „Berlinischen Architektur“ und heute leben einige der Debatten in der ARCH+-Ausgabe über „Rechte Räume“ wieder auf. Anhand zweier Publikation wird am 9. Mai um 18.00 im CCSA-Talk “Faschismus und Architektur. Eine wiederkehrende Debatte” daüber gesprochen. Eingeladen sind Frederike Lausch und Stephan Trüby, moderiert wird das Online-Gespräch von Anna-Maria Meister.

Das Buch „Rechte Räume. Politische Essays und Gespräche“ von Stephan Trüby wurde in der Reihe Bauwelt Fundamente bei Birkhäuser im November 2020 publiziert. „Faschismus und Architektur. Max Bächers Auseinandersetzung mit Albert Speer“ von Frederike Lausch ist im Februar 2021 in der Reihe CCSA Topics bei M BOOKS erschienen. Das Forschungsprojekt wurde durch ein Fellowship der Wüstenrot Stiftung 2019 ermöglicht. Frederike Lausch ist Postdoc am Fachgebiete Architektur- und Kunstgeschichte der TU Darmstadt und Gründungsmitglied des CCSA. Sie promovierte im Rahmen der DFG-Forschungsgruppe „Medien und Mimesis“ an der Goethe-Universität Frankfurt und arbeitete als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der RWTH Aachen. Stephan Trüby ist Professor und Direktor des Instituts Grundlagen moderner Architektur und Entwerfen (IGmA) der Universität Stuttgart. Zuvor war er Professor an der HfG Karlsruhe, leitete das Postgraduiertenprogramm MAS Scenography/Spatial Design an der Zürcher Hochschule der Künste, lehrte an der Harvard University und an der TU München. Anna-Maria Meister ist Professorin für Architekturtheorie und -wissenschaft an der TU Darmstadt. Zu sehen ist das Gespräch via Zoom, später kann es auch auf dem Youtube-Kanal des CCSA angesehen werden. (db, 1.5.22)

Berlin, Walter-Benjamin-Platz (Bild: Fridolin Freudenfett, CC BY-SA 3.0)