Porz, Strandbad Langel (Bild: Knöchel, Franz-Josef / Landschaftsverband Rheinland CC-BY, via kuladig.de)

Addio, Langeler Lido

Im frühen 20. Jahrhundert wurde es beliebt, im damals noch saubereren Rhein zu baden. Die dafür in Köln errichteten Badeanstalten gerieten rasch zum Ort für allerlei Vergnügungen. Nicht umsonst erhielt das Langeler Standbad in Porz den Spitznamen “Lido”, der viele Assoziationen zum Pariser Amusierclub offen ließ. Der erste Bau an dieser Stelle ist für 1911 belegt, der jedoch – vorwiegend aus Holz errichtet – rasch ausbrannte und in der Folge mehrfach ersetzt bzw. umgestaltet wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg blühte der Standort noch einmal auf, bis die traditionellen Betreiber:innen – Maria und Gustav Hollstein – 1996 gesundheitsbedingt schließen mussten. Nach einer Phase des Leerstands und der erneuten Restaurantnutzung wurde der Standort 2018 endgültig aufgegeben. Seitdem steht die Anlage leer und ist der Gegenstand vieler Diskussionen, wie hier zwischen Restaurant und Naturschutz am besten die Zukunft aussehen könne.

Schon 2020 hatte die Stadt Köln Pläne vorgelegt, das Langeler Strandbad zusammen mit anderen Nutzflächen wieder an den Rhein anzugliedern und damit in das dortige Naturschutzgebiet einzubinden. Vor Kurzem schien eine Wiederbelebung der Anlage noch einmal in greifbare Nähe gerückt, als sich zwei Investoren meldeten, die den Standort wieder als Restaurant erschließen wollten. Doch in beiden Fällen kam keine Einigung zustande, sodass sich diese Perspektive zerschlug. Damit schreiten Verfall und Vandalismus fort und der Abriss wird in der Presse als wahrscheinlichste Alternative gehandelt. Ob die Wiedereingliederung in das Naturschutzgebiet auch für den benachbarten Campingplatz und den nahe Spiel- und Wiesenfestplatz an der Frongasse gelten soll, scheint noch offen. (kb, 17.6.22)

Porz, Strandbad Langel (Bild: helaut, via mapio)

Porz, Strandbad Langel (Bild: oben: Knöchel, Franz-Josef / Landschaftsverband Rheinland CC-BY, via kuladig.de, unten: helaut, via mapio)