In Plauen wirbt der Neon-Schriftzug aus den 1970er Jahren wieder für die nach dem Ort benannte Spitze. Schon im 19. Jahrhundert hatte sich die Region mit ihren Textilerzeugnissen einen Namen gemacht. 1880 gelang hier der Durchbruch mit einer fein gewebten, aber kostensparend maschinell produzierten Tüllspitze. Als “Sächsische Spitze” eroberte sie über Paris den Markt und etablierte sich schließlich dauerhaft als “Plauener Spitze”. Um den Bedarf befriedigen zu können, wurden vor Ort auch zahlreiche Fabriken für die notwendigen Strickmaschinen errichtet. Weite Teile dieser Infrastruktur wurden nach dem Zweiten Weltkrieg demontiert. Doch zu DDR-Zeiten konnte sich die Plauener Spitze erneut zum beliebten Exportartikel mausern.

Für diesen Verkaufsschlager stand auf einem Sozial- und Bürogebäude der VEB Plauener Spitze in der Dürerstraße ab 1976 eine 34 Meter lange Leuchtreklame: “Plauener Spitze – Plauener Spitze bekannt auf dem Weltmarkt”. Nach der deutschen Einheit löste man den Betrieb auf und die Anlage verfiel. Bei der Sanierung des Gebäudes wurde der Werbeschriftzug 2012 zunächst ins Lager verbannt. Doch nach einer gründlichen Restaurierung leuchten die Neonbuchstaben nun wieder. An diesem Wochenende beging die Stadt feierlich das erste Anknipsen des Schriftzugs auf einem örtlichen Gewerbebau. Für die Restaurierungskosten von 255.000 Euro kamen die Wüstenrot Stiftung, das Land und spendenwillige Bürger:innen auf. An die Stelle der historischen Technik sind LED-Leuchten getreten, sonst bleibt alles beim Alten. Und ein einzelnes “P” wurde nachgebaut, denn das Original soll als original erhaltener Zeuge der Plauener Industriegeschichte ins Museum. (kb, 18.6.23)

Neon-Schriftzug "Plauener Spitze" (Bild: Wüstenrot Stiftung)

“Plauener Spitze – Plauener Spitze bekannt auf dem Weltmarkt” – Neon-Schriftzug als Werbung für die Plauener Spitze, hier noch vor der Restaurierung (Bild: Wüstenrot Stiftung)

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