Faller-Modell "Geschäftshausblock Helvetia" (Bild: Hagen Stier)

Plastique, mon amour

Plastik ist der Werkstoff des 20. Jahrhunderts. Die Technopolymere haben den menschlichen Alltag weltweit verändert: Möbel, Kleidung, Spielzeuge, Kfz-Karosserien, Verpackungen, Architektur im Modell und in Realität – all dies und noch viel mehr ist entstanden aus dem Material der unbegrenzten Möglichkeiten. Gleichwohl ist es längst Symbol für ebenso unbegrenzte Umweltbelastung und die weltweite Wegwerfgesellschaft. In der Ausstellung „Plastik. Die Welt neu denken“ beschäftigt sich das Vitra Design Museum in Weil am Rhein ab dem 26.3. mit der Geschichte, dem heutigen Stellenwert und der Zukunft des kontroversen Materials – das in der Vitra-Produktion selbst eine wichtige Rolle spielt.

Empfangen werden die Besucher:innen mit einer großformatigen Filminstallation, welche Szenen urwüchsiger Natur der Kunststoffproduktion gegenüberstellt und so Konflikte der Herstellung und Nutzung von Plastik veranschaulicht. Dann wird ein Blick auf die Geschichte der Kunststoffe von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis heute geworfen. Dabei thematisiert die Schau die politischen und gesellschaftlichen Einflüsse auf die Produktion, die stetig zunehmende Nutzung von Plastik sowie die Entwicklung der Eigenschaften des Materials. Damit, wie die Plastikmüllkrise zu bewältigen ist, und ob es Alternativen gibt, befasst sich der zukunftszugewandte Teil der Ausstellung. Hier wird eine Reihe von Projekten präsentiert, die versuchen, Kunststoffe ohne Kohle und Erdöl zu produzieren. Die Schau läuft bis zum zum 26. September. (db, 24.3.22)

Faller-Modell “Geschäftshausblock Helvetia” (Bild: Hagen Stier)