Es wird dem verstorbenen pragmatische Altkanzler Helmut Schmidt nachgesagt, er habe Menschen mit Visionen (zumindest verbal) auf den Arzt verwiesen. Aber auch beim Architekten würde man fündig, zumindest im Fall von Hans Scharoun (1893–1972), allerdings erst seit Neuestem. Denn während seine Bauten, unter denen die Berliner Philharmonie (1963) wohl zu den bekanntesten zählen dürfte, bereits viel Aufmerksamkeit gefunden haben, sind seine zu Papier gebrachten Visionen erst jetzt mit einem Buch gewürdigt worden.

Die Architekturhistorikerin Eva-Maria Barkhofen hat sich in ihrem beim Deutschen Kunstverlag eschienen Buch “Architektur auf Papier” nun die Scharoun-Zeichnungen utopischen Inhalts vorgenommen. Dabei kommt sie auf über 1.000, nicht an konkrete Bauprojekte gebundene Grafiken, die heute im Baukunstarchiv der Akademie der Künste in Berlin verwahrt werden. Diese Publikation kam nun pünktlich zum 50. Todestag des Architekten auf den Buchmarkt auf eine bislang kaum beachtete Seite des berühmten Architekten aufmerksam machen. (kb, 22.12.22)

Barkhofen, Eva-Maria, Hans Scharoun. Architektur auf Papier. Visionen aus vier Jahrzehnten (1909–1945), Deutscher Kunstverlag, Berlin 2022, gebunden, 23 × 27 cm, 322 Seiten, 150 Farbabbildungen, 150 Schwarz-Weiß-Abbildungen, ISBN 978-3-422-98763-0.

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