Hans-Martin Küsters, Guadamar, Spanien, 1977, Silbergelatinepapier, LVR Landesmuseum Bonn (Bild: © Maximilian Küsters)

Verstorben vor Vernissage: Wolfgang Schulz

Um 1980 wurde die Fotografie in Westdeutschland auf neue Weise als Kunstform gehandelt und inszeniert: 1977 beispielsweise stellte man das nicht mehr ganz so junge Medium erstmals prominent auf der documenta vor. Und zwischen 1977 und 1985 erschien das Magazin „Fotografie. Zeitschrift internationaler Fotokunst“, herausgegeben von Wolfgang Schulz. Er war selbst ein bemerkenswerter Fotograf, der nicht zuletzt mit seinem Freundeskreis die damalige Fotoszene porträtierte. Eine Ausstellung zeigt nun zum ersten Mal überhaupt seine Arbeiten aus der Zeit um 1980.

Wolfgang Schulz (*1944), Selbstportrait, Riesweiler, 1978, Silbergelatine, 24 x 30 cm, Privatsammlung  (Bild: © Wolfgang Schulz)

Kurz vor der mehrfach verschobenen Vernissage verstarb der Verleger und Fotograf am 14. Juli 2020 im Alter von 75 Jahren. Im Mittelpunkt der Berliner Präsentation stehen mit rund 240 – vorwiegend in Schwarz-Weiß gehaltenen – Aufnahmen auch weitere Fotografen, die Schulz in seinem heute fast vergessenen Magazin veröffentlichte. Die Ausstellung „Wolfgang Schulz und die Fotoszene um 1980“ ist noch bis zum 11. Oktober 2020 zu sehen im Berliner Museum für Fotografie. Zur Schau, einer Sonderausstellung des Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg und der Kunstbibliothek – Staatliche Museen zu Berlin, ist ein Katalog bei Spector Books erschienen. (kb, 25.7.20)

Hans-Martin Küsters, Guadamar, Spanien, 1977, Silbergelatinepapier, LVR Landesmuseum Bonn (Bild: © Maximilian Küsters)

Titelmotiv: Hans-Martin Küsters, Guadamar, Spanien, 1977, Silbergelatinepapier, LVR Landesmuseum Bonn (Bild: © Maximilian Küsters)