Mannheim, Technoseum (Bild: Rudolf Stricker, CC0)

Denkmalschutz fürs Technoseum

Mit der Unterschutzstellung verhältnismäßig junger Gebäude tut man sich in Deutschland im Allgemeinen schwer. Umso überraschender, dass es nun ausgerechnet im abrissfreudigen Mannheim ganz flott ging: Dort ist jetzt das 1986 bis 1990 nach Plänen von Ingeborg Kuhler erbaute Landesmuseum für Technik und Arbeit (seit 2010 Technoseum) inklusive des benachbarten Studiogebäudes des SWR vom Landesamt für Denkmalpflege (LAD) im Regierungspräsidium Stuttgart unter Denkmalschutz gestellt worden. Dr. Melanie Martens vom LAD erlärte dazu: „Das Technoseum – der ‚weiße Riese‘ – am östlichen Stadteingang Mannheims ist nicht nur ein Signalbau mit städtebaulicher Strahlkraft, sondern gehört wie Stirlings Staatsgalerie zu den großen Museumsarchitekturen des Landes“.

Der Entwurf der Berlinerin Ingeborg Kuhler (*1943) gewann damals den Wettbewerb gegen Konkurrenten wie Günter Behnisch und Gustav Peichl. Teil der Anlage ist zudem der Museumspark des Berliner Landschaftsarchitekten Jürgen D. Zilling, der mit einer nachempfundenen Auenlandschaft auf den ursprünglichen Naturraum der Neckarschlinge Bezug nimmt. Gemeinsam mit dem SWR-Gebäude, dessen Fenster ein Funksignal nachbilden, ist dieses postmoderne Ensemble längst zur Visitenkarte Mannheims geworden. Übrigens freuen sich auch die Betreiber des Museums selbst über die Unterschutzstellung – keine Selbstverständlichkeit. (db, 1.3.20)

Mannheim, Technoseum (Bild: Rudolf Stricker, CC0)