Düsseldorf, WDR-Funkhaus (Bild: © Raimond Spekking, CC BY SA 4.0, 2014)

Funkhaus in Bedrängnis?

In Düsseldorf wird über die Zukunft des WDR-Funkhauses diskutiert, denn der aktuelle Nutzer muss (und will) sparen. Das 1991 eingeweihte Funkhaus, errichtet nach Entwürfen der Architekt:innen Christoph und Brigitte Parade, liegt im Düsseldorfer Regierungsviertel nahe dem Rheinturm. Wo damals noch das ungeliebte Hafengebiet lag, entstanden später stylishe Bürobauten von Frank O. Gehry. Das Funkhaus wird bestimmt durch großzügige Glasflächen mit blauen Sprossen und einem freien Blick auf das Rheinpanorama, ein monumentales Foyer, ein gläserner Fahrstuhl und viele markante Rundbogenformen: Was die einen als klassisch postmodernes Zitat sehen, was andere an das Gehäuse eines Volksempfängers erinnert und damit die innere Funktion nach außen trägt. Immerhin organisierten die Architekt:innen hier alle Bedürfnisse geschickt auf 6.000 Quadratmetern Nutzfläche – die Studioräume im massiven Sockelgeschoss, die Büros im transparenten oberen Bereich, darüber die begrünte Dachterrasse.

Schon zur Bauzeit argwöhnten die Kölner Mitarbeiter:innen des Senders, der neue Stützpunkt in Düsseldorf sei zu groß geraten – und mussten von einem Umzug erst überzeugt werden. Doch in den Folgejahren wurden hier die Neuigkeiten aus der Region aufbereitet und verbreitet. 2018 schließlich gab der WDR bekannt, seinen Schwerpunkt 2021 ganz nach Köln zu verlagern. In den letzten Jahren wurden in den 2013 technisch modernisierten Düsseldorfer Räumen auch Formate anderer öffentlich-rechtlicher Sender produziert. Doch einige Vorhaben und Kooperationen haben sich pandemiebedingt verzögert bzw. zerschlagen, sodass über die genauen Zukunftspläne des WDR für sein Funkhaus (noch) nichts bekannt ist. Unter Architekturliebhaber:innen wird der Bau bereits jetzt als einer mehrerer Höhepunkte am Düsseldorfer Rheinufer hervorgehoben. (kb, 13.8.21)

Düsseldorf, WDR-Funkhaus (Bild: © Raimond Spekking, CC BY SA 4.0, 2014)