Auf dem Hochhaus am Alexanderplatz – mit weitem Blick über das Zentrum von Ost-Berlin – steht eine akkurate Dame im Kostüm und hält eine Apparatur in den städtischen Wind. Dieses Schwarz-Weiß-Titelmotiv einer Ausstellung, die aktuell im Rahmen der Triennale der Moderne gezeigt wird, stammt aus dem Jahr 1956. Folgt man der Bildbeschriftung, handelt es sich um eine Staubforscherin der Arbeitsgruppe für Bioklimatologie des Instituts für Sozialhygiene. Zu dessen Aufgabengebiet zählten “medizinisch-wissenschaftliche und praktische Forschungen, Arbeiten auf den Gebieten Sozialhygiene, Arbeitshygiene, Berufskrankheiten und Arbeitsschäden mit ihren Grenzgebieten, sowie Organisation und Arbeitsweise des Gesundheitsschutzes”.

In Ost- und Westdeutschland war nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs das Bewusstsein dafür gewachsen, dass sich der Städtebau auch nach “Licht, Luft und Viren” zu richten habe. Die gleichnamige Ausstellung fragt, wie die Planung von Architektur, Infrastruktur und Veranstaltungen im geteilten Berlin auf die zwei großen Grippewellen von 1957/68 und 1968 bis 1970 reagierte. Die Schau ist noch bis zum 21. Dezember 2022 zu sehen im Projektraum Investigative Commons (Aufgang D, Zossener Straße 55-58, 10961  Berlin), ein Besuch ist nur nach Anmeldung möglich unter triennale@documentary-architecture.org. Zudem werden Termine für kostenfreie Führungen angeboten: 8. Dezember 2022, 18:30 bis 20:00 Uhr; 10. Dezember, 14:00 bis 15:30 Uhr; 11. Dezember, 14:00 bis 15:30 Uhr; 13. Dezember, 18:30 bis 20:00 Uhr; 14. Dezember, 18:30 bis 20:00 Uhr; 17. Dezember, 11:00 bis 12:30 Uhr; 18. Dezember, 11:00 bis 12:30 Uhr; 20. Dezember, 18:30 bis 20:00 Uhr. (kb, 7.12.22)

Staubforscherin der Arbeitsgruppe für Bioklimatologie des Instituts für Sozialhygiene bei klimatischen Messungen auf dem Hochhaus am Alexanderplatz, 11. Juni 1956 (Bild: Bundesarchiv, Bild 183-39296-0022, CC BY SA 3.0, Foto: Hans-Günter Quaschinsky)

Berlin, auf dem Hochhaus am Alexanderplatz, 11. Juni 1956 (Bild: Bundesarchiv, Bild 183-39296-0022, CC BY SA 3.0, Foto: Hans-Günter Quaschinsky)

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