Hamm-Bockum-Hövel, Zeche Radbod (Bild: Reiner Halama, CC BY-SA 4.0)

Schutz am Schacht

Neben den Fördertürmen I und II der ehemaligen Zeche Radbod in Hamm steht nun auch der Schacht V, der so genannten Winkhausschacht, unter Denkmalschutz – 21 Jahre nach den beiden älteren. Nicht zuletzt ist dies dem Engagement des Ortsheimatpflegers Günter Bachtrop zu verdanken, der sich seit Jahren darum bemüht hatte, dass auch der Winkhausschacht zum Denkmal wird. Die 1990 stillgelegte Anlage wurde nach dem Rückbau der Schächte 1997 von der Industriedenkmal-Stiftung NRW übernommen und restauriert. Gerade das Gesamtensemble mit den drei Schächten in einer Reihe sei eine Besonderheit in Deutschland, sagte Bachtrop, nachdem nun auch der Winkhausschacht gesichert ist.

Während die Türme I und II und das historistische Fördermaschinenhaus 1907/08 errichtet wurden, stammt das stählerne Fördergerüst des Winkhausschachts V aus dem Jahre 1949. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite liegt das kubische Fördermaschinenhaus, das zwei Kranbahnen von 1950 beherbergt. Schacht V wurde bereits 1923 mit einem Durchmesser von 7 Metern als zentraler Wetterschacht der Zeche Radbod abgeteuft und 1927 in Betrieb genommen. Den Namen „Winkhausschacht“ erhielt er nach dem Aufsichtsrat der Bergwerksgesellschaft Trier Dr. Franz Winkhaus. Die Bergwerksgesellschaft Trier hatte sich 1919 mit dem Köln-Neuessener Bergwerksverein zusammengeschlossen, in deren Besitz sich auch die Zeche Radbod befand. Nach der Stillegung der Zeche Radbod blieb der Schacht V zunächst noch in Nutzung: Bis 2010 diente er der Wasserhaltung sowie der Wetterführung für die Zeche Heinrich Robert. Nachdem auch hier der Betrieb endete, wurde der Schacht 2012 endgültig verfüllt, sodass nur noch Fördergerüst und Förderhaus verblieben. (db, 17.9.21)

Hamm-Bockum-Hövel, Zeche Radbod (Bild: Reiner Halama, CC BY-SA 4.0, via wikimedia commons)