Würzburg, Gethsemanekirche (Bild: Martin Schall)

Würzburg 1920-2020

Hundert Jahre auf elf Tischen: Im „Spitäle“ Würzburg (Zeller Straße 1/an der Alten Mainbrücke, 97082 Würzburg) zeigt die Vereinigung Kunstschaffender Unterfrankens (VKU) noch bis 15. März die Ausstellung „Architektur.Zeichnung – Pläne und Entwürfe Würzburger Häuser von 1920-2020“. Zu sehen sind Baupläne und Entwurfszeichnungen etlicher bekannter Bauten der Stadt. Unter ihnen sind Notkirchen von Otto Bartning, der Wiederaufbau der Kirche St. Johannis von Reinhard Riemerschmid, der Hoffnungskirche von Gerhard Grellmann aus den 1960er-Jahren und auch neohistorische Projekte Alexander von Brancas mit dem Hertie-Kaufhaus aus den 1970ern und der 2001 vollendeten Gethsemanekirche. Ebenso zu sehen: Die Planungen zu Zaha Hadids fürs Fraunhofer Institut für Silikatforschung (2013) bis hin zu Beispielen der City-Nachverdichtung aus jüngster Zeit.

Diese gebauten Projekte werden ergänzt von zwei studentischen Arbeiten aus den 1970er und 2020er-Jahren. Die Schau möchte die Pläne für sich sprechen lassen, ein Beiheft bietet parallel die für die historische Einordnung notwendigen Daten. Die Trennung soll eine Fokussierung auf Machart, Material und Haptik ermöglichen. Dokumentiert der Zeitraum von 100 Jahren doch nicht nur Änderungen der Baustile, der Bauaufgaben und architektonischer Leitbilder, sondern auch den Übergang von Handzeichnung zu Computeranimation. Und so wird die Schau auch zum Beleg der fortschreitenden Digitalisierung des Architekturberufs. (db, 8.3.20) 

Würzburg, Gethsemanekirche (Bild: Martin Schall)