Umbrüchig (16/2)

Moskau, Pavillon 14 "Radioelektronik und Netze" (1938) (Bild: Vladimir Jarockij)
Umbau- und Rekonstruktionsarbeit am Moskauer Pavillon 14 „Radioelektronik und Netze“ (1938/59) (Bild: Vladimir Jarockij)

Kaum ein Land erlebte in so kurzer Zeit so viele gesellschaftliche Umbrüche wie die ehemalige Sowjetunion. Wie aber veränderte sich die Architektur mit den Machtwechseln der letzten 100 Jahre? Das mR-Frühjahrsheft (Redaktion: Julius Reinsberg/Katharina Sebold) dreht sich um die Prestigeprojekte der Sowjetmoderne: von den Hoffnungen des Konstruktivismus über Stalins Neoklassizismus und die straffe Moderne Chruščëvs bis hin zu den postmodernen Aufbrüchen der Perestroijka.

Im Leitartikel liest Monica Rüthers im „zerklüfteten Gewebe“ russischer Städte. Elke Pistorius sucht in Magnitogorsk nach Spuren von Ernst May und Co. Katharina Sebold staunt über den Umbau einer neuromanischen Kirche zum sozialistischen Kulturhaus. Arne Winkelmann macht stilvolle Ferien im Pionierlager Artek. Philipp Meuser schildert , wie Nikita Chruščëv sich der Platte bediente. Im Interview sprachen Julius Reinsberg und Katharina Sebold mit dem Historiker Karl Schlögel über Wurzeln und Zukunft des sozialistischen Bauens. Im Porträt entfaltet Kirsten Angermann das Phänomen Papierarchitektur. Und in der Fotostrecke zeigt Vladimir Jarockij umgenutzte Verlagshäuser, Fabrikhallen, Garagen und Messepavillons.