Alle Beiträge von Julius Reinsberg

Frechen, Keramion (Bild: Stiftung Keramion)

Frechen: Keramion wird restauriert

Sie halten Töpferkurse für langweilig? Wenn Sie einmal Frechen besuchen, sollten Sie das besser für sich behalten! Die kleine Stadt bei Köln nennt sich selbst voller Stolz „Töpferstadt“ und führt ihre tönerne Tradition sogar im Wappen: ein schwarzer Löwe präsentiert einen Bartmannskrug, den er wie einen Schatz fest in beiden Pranken hält. Mit dem 1971 erbauten Museum Keramion traf die jahrhundertelange Töpfertradition auf die Formensprache der Moderne. Nun wird der Bau saniert.

Das denkmalgeschützte Keramion hat die Form einer überdimensionalen Töpferschale und wurde von Peter Neufert und Stefan Polónyi errichtet. Bauherr war ein großer deutscher Keramikhersteller.  Als Dach dient dem charakteristischen Bau eine runde Betonscheibe mit einem Durchmesser von 32 Metern, die  von fünf pilzartigen Stützen in der Mitte der Baus getragen wird. Die von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz unterstützte Sanierung widmet sich den „Leitwänden“ des Museums, die den Besucher vom Außen- in den Innenbereich führen sollen. Die in die Jahre gekommenen Betonwände sind mit KerAion-Platten verkleidet – damals eine vom Bauherrn entwickelte Weltneuheit, heute schützenswerter Bestandteil des historischen Ensembles. (jr, 19.12.18)

Keramion, Frechen (Bild: Stiftung Keramion)

Saarlouis, Theater am Ring (Bild: © Presseabteilung Kreisstadt Saarlouis, Sascha Schmidt)

Saarlouis: 60 Jahre Theater am Ring

Während der Rest der Republik im nächsten Jahr den 100. Geburtstag der berühmten Kunstschule nach allen Regeln der Kunst feiert, bereitet sich die saarländische Stadt auf ein eigenes Architekturjubiläum vor: Im Herbst 2019 jährt sich die Eröffnung des Theaters am Ring zum 60. Mal. In Vorbereitung des Jubiläums wurde jüngst ein eigener Band vorgestellt, der sich der (Bau-)Geschichte des nachkriegsmodernen Theaters widmet.

Das Theater wurde Ende der 1950er Jahre von Hanns Rüttgers entworfen, seit 2001 ist es denkmalgeschützt. Nachdem zwischenzeitlich der Abriss im Raum stand, wurde es in den 2010er Jahren durch den bekannten Luxemburger Architekten Francois Valentiny umfassend saniert und umgestaltet. Inzwischen ist der markante Bau zu einem Wahrzeichen der Stadt avanviert. Die geschwungenee Fassade auf der Straßenseite, die mit ihren organisch geformten Fensteröffnungen in der Nachbarschaft Fred Feuersteins nicht auffiele, kontrastiert mit einem turmartigen Baukörper, der sich in strenger Rechteckform erhebt und den Namen des Theaters weithin sichtbar macht. Wir finden: Auch ohne Bauhausbezug ist dieses Jubiläum ein Grund zum Feiern! (jr, 12.12.18)

Saarlouis, Theater am Ring (Bild: © Presseabteilung Kreisstadt Saarlouis, Sascha Schmidt)

Ausstellungsansicht des Junggesellenzimmers aus dem Maschinenmöbel-Programm, 1906, Entwurf: Richard Riemerschmid, 1906, Ausführung: Deutsche Werkstätten für Handwerkskunst, Hellerau, um 1910, Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg (Bild: © VG Bild-Kunst, Bonn 2018)

Riemerschmid zum 150.

Sie denken, standardisierte und in großer Stückzahl produzierte Möbel sei eine schwedische Innovation der Nachkriegszeit? Weit gefehlt! Der Münchner Architekt und Gestalter Richard Riemerschmid entwarf bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts schlichte Einrichtungen in typisierter Form, um den Wohnbedürfnissen der industriellen Gesellschaft gerecht zu werden. Das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg widmet ihm zum 150. Geburtstag eine eigene Sonderausstellung.

Riemerschmid gehört zu den Protagonisten der frühen Moderne und fungierte als Gründungsmitglied der Vereinigten Werkstätten für Kunst im Handwerk und des Deutschen Werkbunds. 1903 legte er ein neuartiges Einrichtungsprogramm auf, das in den Deutschen Werkstätten für Handwerkskunst in Dresden-Hellerau gefertigt wurde. Die Versatzstücke der sogenannten „Maschinenmöbel“ wurden seriell hergestellt, die Montage der Kundschaft überlassen. Bei den schnörkelverliebten Zeitgenossen traf der Pionier der modernen Möbelgestaltung allerdings auf ein geteiltes Echo – zur endgültigen Durchsetzung verhalf der Idee tatsächlich erst Ingvar Kamprad. Die Ausstellung ist bis zum 20. Januar 2019 zu sehen. (jr, 11.12.18)

Ausstellungsansicht des Junggesellenzimmers aus dem Maschinenmöbel-Programm, 1906, Entwurf: Richard Riemerschmid, 1906, Ausführung: Deutsche Werkstätten für Handwerkskunst, Hellerau, um 1910, Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg (Bild: © VG Bild-Kunst, Bonn 2018)

Berus, Sendehalle Europe 1 (Bild: Marco Kany)

Saarmoderne Perspektiven

Dass das Saarland eine eigne, französisch-deutsch-hybride Spielart der Nachkriegsmoderne zu bieten hat, ist inzwischen kein Expertenwissen mehr (mR berichtete). Eines der prominentesten Bauwerke dieser Art steht nahe des weniger prominenten Örtchens Berus: die ehemalige Sendehalle von Europe 1. Nun zeichnet sich für den eleganten Bau aus den 1950ern eine Zukunftsperspektive ab: Der zuständige Gemeinderat hat jüngst entschieden, ihn als „Kultur und Wirtschaftszentrum“ aus dem Dornröschenschlaf zu wecken.

Die Halle wurde 1954/55 von den Architekten Bernard Laffaille und Jean-François Guédy als Zentrale eines neuen Rundfunksenders mit europäischen Ambitionen erbaut. Um das Projekt zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen, musste Eugène Freyssinet schließlich übernehmen, da sich die beiden mit der komplexen Statik des freitragenden Betondachs in Form eines hyperbolischen Paraboloids übernommen hatten. Bereits vor zwei Jahren hat die Gemeinde Überherrn den avantgardistischen Bau gekauft. Ausschlaggebend für die jüngste Entscheidung war eine Machbarkeitsstudie von Lars Scharnholz, dem Chef des Instituts für Neue Industriekultur. Im nächsten Schritt soll ein konkretes Nutzungskonzept erarbeitet werden. (jr, 8.12.18)

Berus, Sendehalle Europe 1 (Bild: Marco Kany)

Anzeiger-Hochhaus, Hannover (Bild: ChristianSchd, CC by SA 3.0)

Hannover im Film

Sie sind immer noch auf der Suche nach dem perfekten Weihnachtsgeschenk für die anspruchsvollen Modernisten in ihrem Freundeskreis? Dann könnten wir etwas für Sie haben! Das Filminstitut Hannover überträgt sukzessive die historischen Filmansichten der Niedersachsen-Metropole auf DVD. Jüngst erschien die 20. Ausgabe der Reihe, zu sehen ist unter anderem den Bau des Anzeiger-Hochhauses. Der markante Backsteinbau von Fritz Höger aus den Jahren 1926/27 war das erste Hochhaus der Stadt und eines der ersten im Deutschen Reich.

Die DVD-Edition geht auf das 2004 begonnene Projekt „Sicherung, Nutzbarmachung und Präsentation der Hannover Filme“ der Gesellschaft für Filmstudien zurück. Ziel war es, die 16 mm-Kopie, die in zahlreichen Archiven der Stadt lagerten und dem Verfall entgegendämmerten, zu erfassen, zu restaurieren und schließlich in das digitale Zeitalter zu überführen. Bisher sind unter anderem die Filme „Ein Sommertag im Zoo“ (1971), „Alle machen mit. Der Wiederaufbau von Hannover“ (1960) und „Sinnvolle Freizeit“ (1962) erschienen. (jr, 4.12.18)

Anzeiger-Hochhaus, Hannover (Bild: ChristianSchd, CC BY SA 3.0)

Tel Aviv, HaYakon-Straße (Bild: Martin Furtschegger, CC BY SA 3.0, 2013)

Tel Aviv in Wolfratshausen

In Wolfratshausen widmet sich eine Sonderausstellung jüdischen Architekten der Moderne. Im Fokus stehen Arbeiten des Fotografen Jean Molitor, der entsprechende Bauten in Tel Avivs Weißer Stadt porträtiert hat. Beleuchtet wird auch die Migrationsgeschichte ihrer Architekten. Damit wird die erste Sonderausstellung des Erinnerungsortes Badehaus dem Anspruch der kürzlich eröffneten Gedenkstätte gerecht: Der Bau ist Teil der ehemaligen NS-„Mustersiedlung“ Föhrenwald, die Schauplatz mehrerer Migrationsprozesse war.

Die Nationalsozialisten begannen Ende der 1930er Jahre mit dem Bau einer Wohnsiedlung für Rüstungsarbeiter im Wolfratshauser Forst. Im Krieg entstand daraus ein Lager für Zwangsarbeiter, das nach Kriegsende Überlebenden des Holocausts eine provisorische Unterkunft bot. 1956 wurde das Lager aufgelöst und auf dem Gelände eine Wohnsiedlung für Heimatvertriebene errichtet, die später unter dem Namen Waldram ein Ortsteil von Wolfratshausen wurde. Die im Oktober 2018 eröffnete Gedenkstätte wird von einer Bürgerinitiative getragen und soll der komplexen Geschichte des Ortes gerecht werden. Die Sonderausstellung ist bis zum 28. Februar 2019 zu sehen. (jr, 30.11.18)

Tel Aviv, Bauhaus-Stil an der HaYakon-Straße (Bild: Martin Furtschegger, CC BY SA 3.0, 2013)

Kunsthalle Rostock (Bild Kunsthalle Rostock, CC by SA 3.0)

Kunsthalle Rostock: 50 Jahre Baugeschichte

Dass man in der DDR für viele Dinge einen langen Atem brauchte, ist bekannt. Auf einen Trabant etwa konnte man schon einmal 12 Jahre lang warten. Alle Rekorde hat jedoch die Kunsthalle Rostock gesprengt, die auch lange nach dem Ende des Arbeiter- und Bauernstaates noch an diesem Grundsatz festhielt. Kürzlich erhielt der Bau mit dem neuen Schaudepot endlich seinen Erweiterungsbau – geplant war dieser bereits seit der Eröffnung im Jahr 1969.

Die Galerie war das einzige neugebaute Kunstmuseum der DDR und entstand nach Plänen von Hans Fleischhauer und Martin Halwas. Die Realisierung des Erweiterungsbaus wurde jedoch erst fast 50 Jahre später durch die Fördergelder des Bundesprogramms „Nationale Projekte des Städtebaus“ möglich. Den Entwurf lieferten die Büros buttler architekten und matrix Architektur, die auch für die anstehende Sanierung der Kunsthalle verantwortlich zeichnen. Der Neubau aus Glas und Stahl orientiert sich mit seiner kubischen Form am Bestand und ergänzt den ostmodernen Museumsbau um einen zeitgenössischen Akzent. (jr, 23.11.18)

Rostock, Kunsthalle (Bild: Kunsthalle Rostock, CC BY SA 3.0)

Kunst im öffentlichen Raum (Bild: © KNRW, Foto: Carl Brunn)

Amtsstube trifft Avantgarde

Unter Kunst im öffentlichen Raum versteht man gemeinhin die Skulpturen, Brunnenanlagen oder Denkmäler, die in den Fußgängerzonen und Parkanlagen der Republik zur Rezeption im Vorübergehen einladen. Die Sonderausstellung „büro komplex“ im kunsthaus.nrw widmet sich dagegen Werken, die sich zwar in den Sphären des öffentlichen Raumes befinden, dem Passanten jedoch nicht ohne weiteres offen stehen: Kunst in Verwaltungen und politischen Behörden.

Anlass ist das 70. Jubiläum der Fördersammlung des Landes Nordrhein-Westfalen. Seit ihrer Gründung im Jahr 1948 wurden hier rund 4 000 Kunstwerke zusammengetragen. Etwa ein Drittel dieser Arbeiten schmückt die Büros, Konferenzsäle und Foyers der Landesverwaltung. Die Ausstellung zeigt nicht nur die Kunstwerke selbst, sondern liefert – en passant – Einblicke in 70 Jahre Bürokultur in NRW. Sie ist noch bis zum 28.4.2019 im Kunsthaus NRW (Abteigarten 6, 52076 Aachen – Kornelimünster) zu sehen. Begleitend erscheint ein umfassender Katalog. (jr, 21.11.18)

Kunst im öffentlichen Raum (Bild: © KNRW, Foto: Carl Brunn)

Essen, Grugahalle (Bild An-d, CC BY SA 3.0)

Essen: 60 Jahre Grugahalle

In Essen feierte kürzlich die Grugahalle ihren 60. Geburtstag. Das Jubiläum war mit einem besonderen Geschenk verbunden: die Mehrzweckhalle wurde zum Big Beautiful Building ernannt. Damit gehört das Bauwerk nun offiziell zur baulichen Nachkriegsprominenz des Ruhrgebiets. Diese Anerkennung ist nicht selbstverständlich: noch in den 1990ern diskutierte man den Abriss der Halle, die inzwischen unter Denkmalschutz steht.

Der Name GRUGA steht für Große Ruhrländische Gartenbau-Ausstellung. Die Veranstaltung fand 1927 und 1952 auf dem GRUGA-Gelände in Essen statt. Die Grugahalle fußt entsprechend auf dem Fundament eines Vorgängerbaus aus den 1920er Jahren, der im Krieg zerstört wurde. Der elegante Neubau aus Stahl, Glas und Beton wurde 1958  von der Architektengemeinschaft Ernst Friedrich Brockmann und Gerd Lichtenhahn realisiert. Besonders die Dachkonstruktion, die mit ihren charakteristischen Schmetterlingsflügeln eine Fläche von 80 x 80 Metern überspannt, sorgte damals für Aufsehen. Die Halle bot in den folgenden Jahrzehnten neben verschiedenen Sportveranstaltungen den Beach Boys, Joan Baez, Konrad Adenauer und der Sendung Rockpalast eine Bühne. Wir gratulieren zum Geburtstag und zum verdienten Titel! (jr, 19.11.18)

Essen, Grugahalle (Bild An-d, CC BY SA 3.0)

Gio Ponti Besteck (Bild Paolo_Monti, CC by SA 4.0)

Gio Ponti in Paris

Gio Ponti war zweifellos ein Multitalent. Der Italiener schuf als Architekt bedeutende Beispiele der Moderne vor und nach dem Krieg, entwarf elegante Möbel und Alltagsgegenstände und rief 1928 die Fachzeitschrift Domus ins Leben, die bis heute existiert und im Architekturdiskurs Akzente setzt. Im Pariser Musée des Arts Décoratifs widmet sich die Sonderausstellung „Tutto Ponti, Gio Ponti archi-designer“ seinem vielseitigen Oeuvre.

Der 1891 geborene Ponti begann seine Karriere als Architekt mit dem Abschluss am Mailänder Polytechnikum im Jahr 1921. Nach neoklassizistischen Anfängen wandelte er sich zu Vertreter des Razionalismo, dem er mit der Architekturzeitschrift Domus eine publizistische Bühne schuf. Abgesehen von einer kurzen Unterbrechung von 1941 bis 1947 leitete er das Periodikum bis zu seinem Tod im Jahr 1978. In der Nachkriegszeit zeichnete er für mehrere Klassiker des italienischen Designs verantwortlich, so für die Kaffeemaschine La Cornuta (1948) oder den Superleggera-Stuhl (1957). Mit dem Pirelli-Hochhaus in Mailand plante er Ende der 1950er Jahre das damals höchste Gebäude Europas. Die umfassende Pariser Werkschau ist bis zum 10. Februar 2019 zu sehen. (jr, 15.11.18)

Gio Ponti, Besteck (Bild: Paolo Monti, CC BY SA 4.0)

Stuttgart, Weißenhofsiedlung, Haus Scharoun (Bild: Runner1928, CC BY SA 3.0)

Weißenhof-Report

Die Weißenhofsiedlung gilt heute als eines der wichtigsten Zentren des Neuen Bauens. Spätestens seit der Erhebung von Le Corbusiers Beitrag zum UNESCO-Welterbe ist sie weit über Expertenkreise hinaus bekannt. Gisela Reich antizipierte diese Bedeutung schon in den 1960er Jahren und setzte sich in der Dokumentation „Stuttgart Weissenhofsiedlung. 1927: Architektur als Herausforderung“ mit dem Ensemble auseinander. Der große Mehrwert im Vergleich zur Gegenwart: Viele der Architekten standen für ein Interview zur Verfügung. Am 25. November 2018 wird der Film um 11.15 Uhr im Bertha-Benz-Saal im Haus der Wirtschaft (Willi-Bleicher-Straße 19, 70174 Stuttgart) erneut zur Aufführung gebracht.

In der Dokumentation von 1967 kommen die Architekten Hans Scharoun, Richard Döcker, Max Taut, Alfred Roth und Max Bächer zu Wort und kommentieren ihre eigene Arbeit. Die Weißenhofsiedlung entstand 1927 als Teil der Werkbundausstellung „Die Wohnung“ und setzte dem Neuen Bauen in Stuttgart ein dauerhaftes Denkmal. Die Vorführung ist Teil des Thementages 100 Jahre Bauhaus der Stuttgarter Buchwochen. Anja Krämer, Museumsleiterin des Weißenhofmuseums, kontextualisiert den Film mit einem anschließenden Kommentar und ergänzenden Anmerkungen. (jr, 12.11.18)

Stuttgart, Weißenhofsiedlung, Haus Scharoun (Bild: Runner1928, CC BY SA 3.0)

HfG Ulm (Bild: Hans G. Conrad René Spitz, CC BY SA 3.0)

Neues Sehen in Ulm

Die 1953 gegründete HfG Ulm gilt als institutioneller Nachfolger des Bauhaus. Obwohl die Hochschule nicht an die Popularität des Vorbilds heranreicht und schon 1968 wieder geschlossen wurde, leistete sie einen bedeutenden Beitrag zum Gestaltungskanon der Nachkriegszeit. Auch das Hochschulgebäude ist ein Meilensteine der Nachkriegsmoderne und hat mit seinem Architekten, dem Bauhausschüler Max Bill, eine direkte Verbindung zur Architektur der Weimarer Republik. Eine Fotoausstellung widmet sich nun vor Ort der jüngsten Sanierung des Baus.

Die Arbeiten des Fotografen Ralph Fischer beschränken sich dabei nicht auf die Dokumentation der Baumaßnahmen. Die Sanierung wird vielmehr kreativ betrachtet und mit den Stilmitteln des Neuen Sehens eingefangen. Mit der Sortierung der Aufnahmen nach den wichtigsten Baumaterialien geht Fischer – der nicht nur Fotograf, sondern auch promovierter Werkstoffwissenschaftler ist –  auf die Charakteristik des HfG-Gebäudes ein, das sich auf wenige unterschiedliche Baumaterialien beschränkte. Die Ausstellung ist vom 11. bis zum 22. November 2018 in der UfG Ulm (Großer Hörsaal, Am Hochsträß 8, 89081 Ulm) zu sehen. (jr, 6.11.18)

HfG Ulm (Bild: Hans G. Conrad René Spitz, CC BY SA 3.0)