FACHBEITRAG: Die Warenhäuser der DDR

von Tobias M. Wolf (22/1)

Die Filialisierung des Handels seit dem 20. Jahrhundert prägt das Bild der Innenstädte bis heute. Während sich jedoch der Wiedererkennungswert heute auf Werbung, Schaufenster, Geschäftseinrichtung und Internetauftritte fokussiert, wirkten in früheren Jahrzehnten auch die Fassadengestaltungen der Geschäftshäuser im Sinne einer Corporate Identity (CI). Dies trifft besonders auf das Gebiet der Kauf- und Warenhäuser der Nachkriegsmoderne zu, deren Verkaufs- und Lagerflächen möglichst flexibel und ohne störendes Tageslicht nutzbar sein sollten. Diese Festlegung auf künstliche Belichtung und Belüftung führte zu grundlegenden Problemen: der Gestaltung der Fassaden und der Einfügung der Warenhauskisten in den städtebaulichen Kontext. Anstelle von klassischen Lochfassaden, wie sie noch in der frühen Nachkriegszeit dominierten, trat durch die Architekten Harald Loebermann und Helmut Rhode 1958 die Netzfassade aus Kunststein, hinter der alle den funktionalen Anforderungen entsprechenden Öffnungen der Obergeschosse verschwinden konnten. Der Fassadenentwurf des Duisburger Merkur-Warenhauses von Helmut Rhode, einem der Protagonisten des westdeutschen Warenhausbaus der Nachkriegsjahre, lieferte das Vorbild für die Entwicklung einer neuen Architekturform. 1961 schuf Egon Eiermann mit den Horten-Häusern in Stuttgart und Heidelberg vergleichbare Lösungen aus Aluminium. Schließlich avancierte ab Mitte der 1960er Jahre die von Helmut Hentrich und Hubert Petschnigg 1962 für das Warenhaus in Neuss entworfene Form unter dem Begriff Horten-Fassade zum Signet des Konzerns, wobei für die Ausführung sowohl keramische Werkstoffe als auch Leichtmetall verwendet wurden.

Schwedt, Centrum-Kaufhaus (Bild: Tobias M. Wolf)

Entwicklung in der DDR

Das Bauwesen der DDR wurde von politischen Vorgaben der Staatspartei SED und damit dem Nachvollziehen der Entscheidungen des sozialistischen Bruderstaates Sowjetunion geprägt. Ein modernes Bauen war erst nach Stalins Tod wieder möglich. Verbunden mit der Neuorganisation der Planwirtschaft kam es zu Beginn der 1960er Jahre zu Rationalisierungsüberlegungen auf allen Gebieten. Diese umfassten auch die Typenprojektierung im Bauwesen. Bei beiläufiger Betrachtung würde man vermuten, dass neben den Wohnblocks in Plattenbauweise und den Schultypenbauten für alle Bauaufgaben Typenprojekte realisiert worden seien.

Die staatlichen und genossenschaftlichen Warenhäuser, also Verkaufseinrichtungen für Industriewaren mit einer Verkaufsfläche von mehr als 10.000 Quadratmetern Verkaufsfläche wurden auf Beschluss des Politbüros der SED und des Ministerrates der DDR zum Jahresbeginn 1965 zu zwei zentralen sozialistischen Handelsbetrieben zusammengefasst: der staatlichen Vereinigung der volkseigenen Warenhäuser “CENTRUM” mit Sitz in Leipzig und dem Zentralen Unternehmen “konsument” in Karl-Marx-Stadt. Grundlage für die Neustrukturierung bildete der Vergleich mit anderen Staaten, unter anderem der Bundesrepublik. Parallel wurde der VEB Leipzigprojekt mit der Typenprojektierung für Warenhausneubauten unterschiedlicher Größen beauftragt und im Rahmen eines Warenhausbauprogramms der Neubau für die Bezirks- und Industriestädte des Landes angestoßen.

Hoyerswerda, Centrum-Kaufhaus (Bild: Tobias M. Wolf, 2005)

Erste Experimente

Die Warenhäuser in Cottbus und Hoyerswerda basieren auf dem ersten Typenprojekt. Ein weiterer, größerer Typenbau wurde in Schwedt errichtet. Parallel wurde das Kaufhaus am Brühl in Leipzig durchgreifend modernisiert. Diese ersten Bauten stellten Experimente dar, mit denen die Entwicklung eines typisierten Warenhauses auf Grundlage bestehender Bausysteme vorangetrieben werden sollte. Die damals bereits bestehenden Typisierungstendenzen im Rahmen des industrialisierten Bauwesens konnten für den Warenhaussektor vor dem Hintergrund der bezirksgeleiteten Stadtplanungen allerdings nicht wirksam werden. Einerseits unterschieden sich die jeweiligen Vorgaben der Stadtarchitekt:innen für die einzelnen Städte stark, sodass ein einheitlicher Baukörper nicht realisierbar war. Andererseits wurde das Bauwesen im Rahmen der Dezentralisierung in bezirksgeleitete Baukombinate umgegliedert.

In allen Bereichen des Bauens entstanden so unterschiedliche Lösungen, beispielsweise bei Garagen und der Wohnungsbauserie WBS 70. Erst um 1970 erfolgte im Konsumbereich die Festlegung auf einen Prototyp für große Warenhäuser mit 10.000 Quadratmetern Verkaufsfläche, dem für die Prager Straße in Dresden durch einen ungarischen Projektierungsbetrieb entworfenen Centrum-Warenhaus. Es wurde jedoch aufgrund seiner verzögerten Ausführung und der geänderten Wirtschaftspolitik unter dem Ulbricht-Nachfolger Erich Honecker kein zweites Mal gebaut. Die ausgeführten Häuser wurden unter Verwendung unterschiedlicher Bausysteme umgesetzt – in Ortbeton, Stahlkonstruktionen oder vorgefertigten Betonelementen.

Berlin, Centrum-Warenhaus (Foto: Müller, Bild: Bundesarchiv, Bild 183-M0921-0310, CC BY SA 3.0, 1973)

Warenhaus und Corporate Identity

Trotz des Fehlens einer Typisierung ist für die 1960er/70er Jahre in der DDR die Hinwendung zur Warenhauskiste erkennbar – dem weitgehend fensterlosen Kubus mit ausgedehntem Rechteckgrundriss und großen Spannweiten: charakteristisch, ganz gleich, ob ein staatlicher Projektierungsbetrieb oder ein externer ausländischer Planer für die Planung verantwortlich war. Der Funktionalität des Warenhauses stand wie im Westen die Notwendigkeit einer adäquaten Gestaltung des Äußeren gegenüber. Daher fand stets eine Abstimmung mit den Stadtarchitekt:innen statt, um den Bauten die zugedachte Rolle innerhalb der sozialistischen Stadtzentren zuweisen zu können. Warenhäuser zählten zu den ‘Gesellschaftsbauten’ und waren nicht nur für die Versorgung von großer Bedeutung: Sie rangierten im Schnittpunkt von Handelsfunktion, industrieller Fertigung, Stadtplanung und Bauwesen als idealtypische Verkörperung der Staatswirtschaft der DDR. Vielfach bildete ihre Errichtung den Auftakt zur sozialistischen Umgestaltung der Stadtzentren. Dabei nahmen sie markante Stellen ein, an zentralen Plätzen oder Gelenk- und Akzentpunkten wichtiger städtebaulicher Achsen. Dementsprechend wirkte die Verteilung der Bauten im Stadtensemble auch monumentaler, wozu ihr Erscheinungsbild wesentlich beitrug.

Jede Fassade wurde individuell für das Haus und seine städtebauliche Situation entworfen, häufig durch Künstler:innen. Unter Einhaltung von Kostenrahmen sollten so wartungsarme, langlebige Gebäudehüllen geschaffen werden. Die Warenhäuser der 1960er Jahre zeigen dabei zwei unterschiedliche Grundformen: den netzartig durchbrochenen Vorhang aus Aluminium oder eine geschlossene Vorhangfassade aus Leichtmetall oder Beton. Alle ausgeführten Fassaden folgten der Idee im Sinne der Betonung der kubischen Baukörper, sollten plastische, einheitlich wirkende und zusammenfassende Gestaltungen erreichen. Dies wurde in Suhl, am Alexanderplatz in Berlin und in Magdeburg durch vorgehängte Netze aus Leichtmetall realisiert. Bei den übrigen Bauten in Hoyerswerda, Schwedt, beim Umbau am Brühl in Leipzig und in Dresden kamen geschlossene Vorhangfassaden aus Beton oder wie in Cottbus Aluminium zur Ausführung.

Im Verwaltungsgeschoss wurden Fensterbänder angeordnet. Lediglich in Dresden wurde die einheitliche Hülle über alle Obergeschosse gezogen. Nur für die ersten Bauten nach 1965 sind die Namen der Entwerfenden überliefert – für Leipzig, Cottbus und Hoyerswerda war Harry Müller aus Leipzig beauftragt, für Suhl Fritz Kühn und für Schwedt dessen Sohn Achim Kühn. Die Auftragsvergabe für die Fassadengestaltungen erfolgte durch direkte Kontaktaufnahme des Projektierungsbetriebs zu den Gestalter:innen. Für die Künstler:innen bot die Aufgabe die Möglichkeit zur Realisierung abstrakter Kunst, die nicht der Kunstdoktrin der SED entsprach. Ohne Einbindung in den Bauentwurf erhielten diese Pläne und Ansichten der Warenhäuser, wobei die zu gestaltenden Flächen freigelassen waren. Die Gestaltung blieb den Künstler:innen überlassen, wobei offenkundig im Sinne der funktionalistischen Architektur eine modern-serielle Gestaltung gewünscht war. Bei den übrigen Warenhausneubauten stammten die Fassaden aus der Feder der Architekt:innenkollektive.

Dresden, Centrum-Galerie (Bild: Tobias M. Wolf)

Heutige Situation

Aufgabe der Warenhäuser im sozialistischen Staat war die Versorgung der Bevölkerung mit Industriewaren, was aufgrund der Mangelwirtschaft nicht im gewünschten Maße möglich war. Die Häuser wurden dennoch zu Identifikationspunkten im industriellen Bauwesen und hoben sich durch die einzigartigen Aluminiumhüllen von ihrer Umgebung ab. Das gilt auch für ihre ‘Kistenform’ und die Vorhangfassaden. Obwohl keine direkte CI im heutigen Sinne bestand, waren die Warenhäuser semantisch für die Öffentlichkeit als solche erkennbar.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurden die Innenstädte der östlichen Bundesländer in den 1990er und 2000er Jahren nach den damals gängigen städtebaulichen Vorstellungen der ‘europäischen Stadt’ neugestaltet. Die zusammenhängenden Ensembles der DDR-Zeit wurden weitgehend ignoriert oder konterkariert. Auch die Warenhäuser, die als Gesellschaftsbauten zu den prägenden Gebäuden zählten, entsprachen nicht mehr dem Zeitgeist und wurden vielfach stark verändert oder abgerissen. Und wie die Städte durch den aktuellen Umbruch des Kaufverhaltens mit Online-Shops und Pandemie kommen werden, ist noch nicht absehbar. Bis heute erhalten sind die Häuser in Cottbus, Hoyerswerda, Magdeburg und Schwedt, die unter Denkmalschutz stehen. In Leipzig erinnert die wiederverwendete, denkmalgeschützte Fassade ans 2010 abgerissene konsument-Warenhaus. In Dresden wurden reproduzierte Fassadenelemente an einem sonst völlig abweichenden Neubau angebracht.

Literatur

Irrgang, Thomas, Deutsche Warenhausbauten. Entwicklung und heutiger Stand ihrer Betriebs-, Bau- und Erscheinungsformen, Berlin 1980 (zugl. Diss., Technische Universität Berlin, 1980).

Erbstößer, Peter, Warenhaus und Stadtstruktur. Geschichte, funktionelle Anforderungen und umgebende Stadtstruktur dargestellt an den innerstädtischen Häusern der vier großen deutschen Warenhausgesellschaften, Hannover 1979 (zugl. Diss., Universität. Hannover, 1979).

Schramm, Christian, Deutsche Warenhausbauten. Ursprung, Typologie und Entwicklungstendenzen, Aachen 1995 (zugl. Diss., Technische Hochschule Aachen, 1991).

Wolf, Tobias M., Das sozialistische Warenhaus als Bautypus? Entwicklungsgeschichte der DDR-Warenhäuser 1949-1989, Dresden 2010 (zugl. Diss., Technische Universität Dresden, 2010).

Wolf, Tobias M., Bedrohtes Erbe. Zum Umgang mit der DDR-Warenhausarchitektur der Nachkriegsmoderne, in: Escherich, Mark (Hg.), Denkmal Ost-Moderne. Aneignung und Erhaltung des baulichen Erbes der Nachkriegsmoderne (Stadtentwicklung und Denkmalpflege 16), Berlin 2012, S. 212–225.

Titelmotiv: Suhl, Centrum-Warenhaus (Foto: Dieter Demme, Bild: Bundesarchiv, Bild 183-H0913-0023-001, CC BY SA 3.0, 1969)

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LEITARTIKEL: Der Hang zum Gesamtkunstwerk

LEITARTIKEL: Der Hang zum Gesamtkunstwerk

Till Schauen über die Kunst der Selbstdarstellung.

FACHBEITRAG: Was läuft bei VW?

FACHBEITRAG: Was läuft bei VW?

Daniel Bartetzko über die Selbstdarstellung eines Weltkonzerns.

FACHBEITRAG: "Wertkauf hilft sparen!"

FACHBEITRAG: “Wertkauf hilft sparen!”

Peter Liptau über eine Discounter-Idee der 1960er Jahre.

FACHBEITRAG: Die Warenhäuser der DDR

FACHBEITRAG: Die Warenhäuser der DDR

Tobias M. Wolf über eine ostmoderne Bautypologie als CI.

PORTRÄT: System Kirche

PORTRÄT: System Kirche

Karin Berkemann über ein Betonzelt in Serie.

INTERVIEW: "Wir würden selbst einziehen!"

INTERVIEW: “Wir würden selbst einziehen!”

Das Quelle-Fertighaus im Freilichtmuseum am Kiekeberg – Zofia Durda, Theda Pahl und Stefan Zimmermann im Gespräch.

FOTOSTRECKE: Im siebten Kartoffelhimmel …

FOTOSTRECKE: Im siebten Kartoffelhimmel …

Ein Bilder-Rundgang durch die gelb-rote Welt von Maggi.

Der Best-of-90s-Beitrag

WDR-Landesstudio in Düsseldorf: Karin Berkemann über ein Gebäude wie ein Volksempfänger.

Düsseldorf, WDR-Funkhaus (Bild: © Raimond Spekking, CC BY SA 4.0, 2014)

PORTRÄT: System Kirche

von Karin Berkemann

Mitte der 1960er Jahre kamen die beiden großen christlichen Konfessionen für einen Moment nah zusammen: Die einen witterten die Reformluft des Zweiten Vatikanischen Konzils, die anderen stellten die Gemeindearbeit zunehmend selbstbewusst neben die Liturgie. In beiden Fällen wurde der langgestreckte Kirchenraum gerne gestaucht oder gerundet, immer öfter umfingen die Bänke oder Stühle nun das liturgische Geschehen. Doch Protestant:innen und Katholik:innen teilten auch ein Problem. Nach Kriegsende hatte sich mit den Flüchtlingsströmen die traditionelle konfessionelle Verteilung verschoben. In ehemals katholisch geprägten Regionen waren wachsende evangelische Gemeinden entstanden (und umgekehrt), und beide forderten passende Räumlichkeiten. Dafür suchten die Kirchenleitungen in den 1960er Jahren nach preisgünstigen Lösungen. In den daraufhin entwickelten Fertigbausystemen war die längsgerichtete Zeltform besonders beliebt. Was sich konstruktiv als praktisch erwies und zeitgleich ebenso bei Ferienhäusern (Finnhütten) Schule machte, füllten die Theologen nur allzu gerne mit geistlichem Gehalt. Ob “wanderndes Gottesvolk” oder “Zelt Gottes unter den Menschen”, diese neuen Kirchen weckten hohe Erwartungen.

Düsseldorf, Hl. Nikolaus, 2009 (Bild: Wiegels, GFDL oder CC BY SA 3.0); Dusslingen, St. Paulus (Bild: Hansjörg Lipp, CC BY SA 2.0., 2012)

Links ein programmatisch bescheidener Duncker-Typ des rheinischen Kleinkirchenprogramms: Düsseldorf, Hl. Nikolaus (Bild: Wiegels, GFDL oder CC BY SA 3.0, 2009); rechts der repräsentativere Prototyp der Frank-Kirchen der Diözese Rottenburg-Stuttgart: Dusslingen, St. Paulus (Bild: Hansjörg Lipp, CC BY SA 2.0., 2012)

Wanderkirchen und Betonzelte

Im Rheinland wurde durch die evangelische Landeskirche in den 1960er Jahren ein Bausystem mit zwei Typen aufgelegt. Für diese “versetzbaren Kleinkirchen” wählte man aus einem Architekturwettbewerb (1959) nach verschiedenen Probebauten zwei Montagesysteme für die Serienfertigung: Vom zeltförmigen Typ A (Helmut Duncker mit Martin Görbing, Düsseldorf) entstanden so mindestens 27 Stück, vom flachgedeckten Typ B (Otto Leitner mit Johann Huf, Unterpfaffenhofen bei München) waren es mindestens acht Exemplare. Der Vorzug der Duncker-Kirchen lag darin, dass sie viel Pragmatik mit einer besonderen Raumstimmung zu verbinden wussten. Bis heute strahlen diese Montagebauten etwas von der Bescheidenheit aus, die Otto Bartning mit seinen Notkirchen (ab 1948) zum Programm erhoben hatte. Im Fall der rheinischen Kleinkirchen wurde die gestalterische Zurückhaltung zudem genutzt, um die Predigtstätten nicht zu einer dauerhaften Einrichtung zu machen. Sie sollten ein Provisorium bleiben und später zur nächsten Gemeinde weiterwandern.

Wo man im Rheinland eine Holzkonstruktion ausbildete, wählte die Diözese Rottenburg-Stuttgart ein anderes Material: “Zwischen 1964 und 1975 wurden 26 Kirchen des Typs Frank aus vorgefertigten Stahlbetonteilen zusammengesetzt”, zählt die Kunsthistorikerin Ulrike Plate in ihrem Grundsatzbeitrag zu den süddeutschen Systemkirchen. Bis Mitte der 1970er Jahre kam das Bistum auf insgesamt rund 100 Fertigbauten, denn neben der Frank-Kirche verfügte man über Modelle der Architekten Paul Nagler (1962-1967) und Gerold Reutter (1964-1975, 1968-1975). Der Herrenberger Architekt Wilhelm Frank hatte seine Pläne 1963 vorgestellt, mit dem er den hölzernen Nagler-Typ weiterentwickelte. Für eine Sitzzahl von 200 bis 240 wurden über einer Grundfläche von 25 x 16,3 Metern acht Binder aufgerichtet, die ebenso wie die Wandelemente in Stahlbeton gehalten waren. Im Inneren ergänzten sich backsteinsichtige Wandflächen mit den betonsichtigen Bindern und der hölzernen Deckenverschalung. Für dieses Konzept interessierten sich seinerzeit nicht nur die Gemeinden der Diözese, sondern auch das Militärbischofsamt in Bonn.

Dahme, Geroldskapelle (Bild: kirche-grube.de); Ellwangen, Hl. Geist (Bild. Ovaaron, via mapio.net)

Links ein künstlerisch akzentuiertes Beispiel des norddeutschen Kapellenbaupogramms, hier nach einem Entwurf von Henry Schlote: Dahme, Geroldskapelle (Bild: kirche-grube.de); Rechts eine der späten Frank-Kirchen mit reicher Ausstattung: Ellwangen, Hl. Geist (Bild. Ovaaron, via mapio.net)

Zeichenhaft und beweglich

In den 1960er/70er Jahren entstand in Schleswig-Holstein ein evangelisches “Kapellenbauprogramm”. Entlang von zwei Wettbewerben (1961/69) wurden standardisierte Lösungen ausgebildet, die man lokal um individuelle Entwürfe ergänzte. Auch hier fanden sich unter den Grundmodellen verschiedene Varianten des Zelt-Typus. Während der Architekt Henry Schlote ebenfalls ein langgestrecktes Firstzelt schuf, ging sein Berufskollege Hanns Hoffmann einen Schritt weiter. Sein Wettbewerbsbeitrag von 1961 wurde mehrfach im Rahmen des Programms umgesetzt, doch jedes Mal vor Ort angepasst. Dabei variierte er das Vier-, Sechs- und Achteck hin zu einem zwar noch liturgisch gerichteten, aber gestalterisch zentralisierenden Gottesdienstraum, den eine Faltdecke zeltartig zusammenbindet.

Während der Norden zuletzt bei individuellen Lösungen landete, perfektionierte das Bistum Rottenburg-Stuttgart seine Serienfertigung. Nach einem Prototyp erwarb man von Frank das Recht, weitere Kirchen dieses Modells zu errichten. Für jede Umsetzung erhielt der Architekt einen Pauschalbetrag, die Urheberrechte blieben bei ihm. Zur Vorfabrikation wurden verschiedene Anbieter verpflichtet (z. B. die Betonwerke Schwieberdingen), nur die Innenausstattung erfolgte individuell vor Ort. Was beide Konfessionen bei ihren Typenkirchen teilten, war die Freude am warmen Holz- und Backsteinton. Dabei hielten die rheinischen Protestant:innen ihr Konzept bewusst bescheiden, doch schon die norddeutschen Lutheraner:innen zeigten einen wachsenden Kunstsinn und auf katholischer Seite siegte rasch die Freude am Feierlichen. Neben der Öl- und Wirtschaftskrise waren es dann wohl auch die neuen liturgischen Bedürfnisse, die dem Serienkirchentum beider Konfessionen vorerst ein Ende setzten. Mit den beginnenden 1970er Jahren wurde der gerichtete Standardraum vom orts- und gemeinschaftsbezogenen Zentrum abgelöst.

Links eine Entwicklung hin zum Zentralraum: Grundriss-Entwürfe von Hanns Hoffmann im Kapellenbauprogramm (Bildquelle: hanns-hoffmann.de); rechts der längsgerichtete Gottesdienstraum: Fertigteilkirche “Typ Frank”, Grundriss (Bildquelle: Merkle, Gottlieb, Kirchenbau im Wandel, Rottenburg-Stuttgart 1973)

Links eine Entwicklung hin zum Zentralraum: Grundriss-Entwürfe von Hanns Hoffmann im Kapellenbauprogramm (Bildquelle: hanns-hoffmann.de); rechts der längsgerichtete Gottesdienstraum: Fertigteilkirche “Typ Frank”, Grundriss (Bildquelle: Merkle, Gottlieb, Kirchenbau im Wandel, Rottenburg-Stuttgart 1973)

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St. Paulus

Hechinger Straße 32, 72144 Dusslingen

1Picture(s)
Die Zeltkirche wurde als Prototyp einer von Wilhelm Frank entworfenen Fertigteilkirchen-Serie errichtet.
1964

St. Franziskus

Schönbuchstraße 32, 71157 Hildrizhausen

1Picture(s)
Der Bau wurde 1965 nach einem Fertigteilsystem von Wilhelm Frank umgesetzt.
1965

Guter Hirte

Gottlieb-Göz-Straße 1, 73760 Ostfildern-Scharnhausen

4Picture(s)
Der Bau entstand 1965 nach einem Fertigteilsystem von Wilhelm Frank.
1965

St. Johannes Evangelist

Hauptstraße 70, 97996 Niederstetten

2Picture(s)
Die Kirche entstand nach einem Fertigteilsystem des Architekten Wilhelm Frank.
1966

St. Bonifatius

Schubertstraße 22, 73773 Aichwald-Aichschieß

1Picture(s)
Die Kirche wurde 1966 nach dem Fertigteilsystem des Architekten Wilhelm Frank errichtet.
1966

St. Markus

Tübinger Straße 81, 72810 Gomaringen

2Picture(s)
Die Kirche wurde 1966 nach einem Fertigteilsystem von Wilhelm Franz errichtet.
1966
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Literatur

Bohnenberg, Petra, Exemplarisch. Fertigteilkirche in Dusslingen, in: deutsche bauzeitung, 30. Juni 2014.

Plate, Ulrike, Gottesdienst im Baukasten. Kirchen aus Fertigteilen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart, in: Denkmalpflege in Baden-Württemberg 43, 2013, 2, S. 75-81.

Merkle, Gottlieb, Kirchenbau im Wandel, Rottenburg-Stuttgart 1973.

Gleiss, Friedrich (Hg.), Kleinkirchenbau. Nordeuropäische Kleinkirchen-Konferenz vom 23. bis 26. Mai 1967 in Plön/Holstein, Flensburg 1967.

Lütters, Herbert (Hg.), Neue Kirchen im Rheinland, hg. von der Evangelischen Kirche im Rheinland, Düsseldorf 1963.

Titelmotiv: Pfalzgrafenweiler, St. Martinus (Bild: Schelklinger, via mapio.net)

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LEITARTIKEL: Der Hang zum Gesamtkunstwerk

LEITARTIKEL: Der Hang zum Gesamtkunstwerk

Till Schauen über die Kunst der Selbstdarstellung.

FACHBEITRAG: Was läuft bei VW?

FACHBEITRAG: Was läuft bei VW?

Daniel Bartetzko über die Selbstdarstellung eines Weltkonzerns.

FACHBEITRAG: "Wertkauf hilft sparen!"

FACHBEITRAG: “Wertkauf hilft sparen!”

Peter Liptau über eine Discounter-Idee der 1960er Jahre.

FACHBEITRAG: Die Warenhäuser der DDR

FACHBEITRAG: Die Warenhäuser der DDR

Tobias M. Wolf über eine ostmoderne Bautypologie als CI.

PORTRÄT: System Kirche

PORTRÄT: System Kirche

Karin Berkemann über ein Betonzelt in Serie.

INTERVIEW: "Wir würden selbst einziehen!"

INTERVIEW: “Wir würden selbst einziehen!”

Das Quelle-Fertighaus im Freilichtmuseum am Kiekeberg – Zofia Durda, Theda Pahl und Stefan Zimmermann im Gespräch.

FOTOSTRECKE: Im siebten Kartoffelhimmel …

FOTOSTRECKE: Im siebten Kartoffelhimmel …

Ein Bilder-Rundgang durch die gelb-rote Welt von Maggi.

Der Best-of-90s-Beitrag

WDR-Landesstudio in Düsseldorf: Karin Berkemann über ein Gebäude wie ein Volksempfänger.

Düsseldorf, WDR-Funkhaus (Bild: © Raimond Spekking, CC BY SA 4.0, 2014)

INTERVIEW: “Wir würden selbst einziehen!”

Fünf Fragen zum Quelle-Fertighaus im Freilichtmuseum am Kiekeberg (22/1)

Ein ganzes Leben aus dem Katalog – in einem genormten Haus: Ab Mitte der 1950er Jahre arbeitete ein Planungsteam unter der Leitung des Architekten Edgar Berge für den Fürther Versandhausriesen Quelle an einem seriellen Fertighaus-Angebot. Vorbild für die Entwürfe war vor allem der florierende US-amerikanische Fertighausbau. Eine zu gründende Tochterfirma, die Quelle-Fertighaus GmbH, sollte die Herstellung und Vermarktung übernehmen. Das fertige Produkt tauchte erstmals im Katalog Herbst/Winter 1962/63 auf: ein Flachdach-Bungalow mit wahlweise 60, 80 oder 100 Quadratmetern Grundfläche. Seit 1965 gab es für die konservativere Kundschaft die – stets auf der gleichen Grundform basierenden – Häuser auch mit Satteldach, nun mit 80, 100 oder 110 Quadratmetern Fläche. Dennoch wurde der Geschäftszweig kein Erfolg: Die Quelle-Fertighaus GmbH erzielte nie Gewinn. Das Programm wurde daher Anfang der 1970er Jahre umgestellt. Die Häuser der zweiten Generation zeichneten sich durch ein individualisiertes Erscheinungsbild und massive Bauweise aus. Ab 1980 kooperierte Quelle mit dem Haus-Hersteller Zenker. Das eigene Fertighausprogramm war Geschichte.

Im Freilichtmuseum am Kiekeberg (FLMK) in Rosengarten-Ehestorf nahe Hamburg kann man seit September 2021 ein originales Quelle-Haus besichtigen. Dieser “Typ 110 D” (D für Satteldach) wurde 1966 in Winsen/Luhe zunächst als Musterhaus errichtet. 1968 zog das Ehepaar Gröll mit seinen drei Söhnen hier ein. Bereits 2015 vereinbarte Gisela Gröll, dass das Gebäude ins Freilichtmuseum kommen soll. Nach ihrem Tod wurde es 2019 in Kooperation mit den Söhnen Ronald (61), Christian (59) und Matthias Gröll (58) transloziert – samt Einrichtung. Kein einziges Stück von dieser wurde übrigens je bei Quelle gekauft. In der Dauerausstellung ist das Haus nun Teil der “Königsberger Straße“, welche sich mit dem bundesdeutschen Lebensalltag von etwa 1950 bis 1979 auseinandersetzt. Daniel Bartetzko hat den Projektleiterinnen Zofia Durda, Theda Boerma-Pahl und Museumsdirektor Stefan Zimmermann fünf Fragen zum Serien-Haus gestellt.

Quelle-Fertighaus im Freilichtmuseum am Kiekeberg, Juni 2021 (Bild: FLMK)

Daniel Bartetzko (mR): War es auf jeden Fall geplant, in das Projekt Königsberger Straße ein Fertighaus zu integrieren?

Theda Boerma-Pahl (TP): Ja, von Anfang an. Das Quelle-Fertighaus der Familie Gröll brachte den damaligen Museumsdirektor Rolf Wiese überhaupt erst auf den Gedanken, eine neue Baugruppe aus der Zeit nach 1945 für das Freilichtmuseum zu konzipieren. So entstand die Idee zur Königsberger Straße.

Zofia Durda (ZD): Zwei Faktoren waren für die Übernahme des Gebäudes entscheidend: Erstens die Tatsache, dass es ein Fertighaus von Quelle war. Quelle war die erste bundesdeutsche Versandfirma, welche Fertighäuser ins Sortiment aufnahm, und zwar solche, die eigens für das Unternehmen entwickelt wurden. Zweitens spielte die Geschichte der Familie Gröll und die Ausstattung des Gebäudes eine große Rolle. Zusammen mit dem Haus übernahmen wir 2018 das darin befindliche Inventar und präsentieren das Fertighaus heute so eingerichtet, wie es in den späten 1970er Jahren aussah bzw. hätte aussehen können.

Winsen an der Luhe 2019 (von links nach rechts): Ronald und Christian Gröll (oben), Alexander Eggert, Zofia Durda und Stefan Zimmermann vom FLMK am Originalstandort (Bild: FLMK)

mR: Freilichtmuseen haben lange vor allem handwerkliche, individuell erstellte Bauten und Alltagsgegenstände gezeigt. Ist es nicht ein ungewohntes Gefühl, nun auch eine industriell gefertigte Gattung zu integrieren, die einst zur Verdrängung der bisher im Museum präsentierten Gebäude beigetragen hat?

TP: Die Schwerpunkte der Forschung und Ausstellung in Freilichtmuseen haben sich in den letzten Jahren teilweise sehr stark gewandelt, da der Einzug des Zeitschnitts nach 1945 eine thematische Ausweitung bedeutet. Uns erschien es unausweichlich, sich mit den Bauten der Nachkriegsjahrzehnte auseinanderzusetzen. Wie unser Publikum das aufnehmen würde, darüber waren wir anfangs nicht sicher. Aber schnell wurde uns widergespiegelt, wie sehr sich die Besucher:innen als Erlebnisgeneration oder als deren Kinder und Enkel für die eigene Geschichte interessieren.

Stefan Zimmermann (SZ): Gerade nach 1945 veränderte sich der Alltag im Dorf fast schlagartig. Die akute Wohnungsnot nach dem Krieg, der hohe Siedlungsdruck und einhergehend die zunehmende Trennung von Wohnen und Arbeiten veränderten die bisher von der Landwirtschaft geprägte Region. Sie wurde Wohnort für viele Menschen, die zur Arbeit nach Hamburg pendelten. Mit der zunehmenden Industrialisierung in der Herstellung von Baumaterialien verlor die traditionelle Bauweise an Bedeutung.

TP: Der Vermittlungsanspruch unseres Museums ist, den Alltag in der Region vom 17. Jahrhundert bis in die 1970er Jahre zu präsentieren und erlebbar zu machen. Für das 20. Jahrhundert gehören Typenbauten und vorgefertigte Bauteile eben dazu.

SZ: Schon lange gibt es bei uns eine Rekonstruktion eines Betonfertigteilewerks aus den 1910er Jahren. Mit der Königsberger Straße zogen eine Gasolin-Typentankstelle aus den 1950er und das Quelle-Fertighaus aus den 1960er Jahren ins Museum. Das historische Vorbild für den Nachbau eines Siedlungsdoppelhauses ist ebenfalls ein Typenbau aus dem Landkreis, auch wenn er nicht häufig zur Anwendung kam. Darüber hinaus werden zwei serienmäßige Behelfsbauten Teil der Baugruppe sein: eine seit mehreren Jahren im Museum befindliche Nissenhütte und eine Ley-Bude, die wir 2022 übernehmen werden.

ZD: Durch die Gegenüberstellung des Geländeteils, in dem überwiegend Fachwerkbauten zu finden sind, mit der Königsberger Straße können die Veränderungen in der Bau- und Wohnkultur thematisiert werden. Das Individuelle zeigen wir übrigens trotzdem – durch die Einrichtung der Gebäude und konkrete Familien- und Objektgeschichten.

Rosengarten-Kiekeberg, Quelle-Fertighaus, Wohnzimmer, Juni 2021 (Bild: FLMK)

mR: Spielt es auch eine Rolle, dass es nicht nur ein Fertighaus ist, sondern sogar noch eines aus dem Warenkatalog eines Versandhauses? Also von einem Vollsortimenter, der gefühlt ein ganzes Alltagsleben käuflich macht.

SZ: Das ist sicherlich ein wichtiger Aspekt. Für die meisten Leute, die uns besuchen, ist Quelle ein Begriff. Doch Quelle-Fertighäuser sind nicht allgemein bekannt – schließlich waren sie kein großer Verkaufshit. Insofern gibt es hier einen guten Ansatzpunkt für die Vermittlung.

ZD: Die Versandhaus-Thematik spielt bei uns vor allem bei Führungen eine Rolle. In der Ausstellung weniger, da wir in dem Gebäude eine konkrete Familiengeschichte präsentieren. Und Familie Gröll zog zwar in ein Musterhaus von Quelle, bestellte aber nie etwas bei dem Versandhaus.

mR: Ist das Quelle-Haus nicht eigentlich schon einen wesentlichen Schritt näher an der heutigen Lebensrealität als der Rest der Königsberger Straße, die ja eher die 1950er Jahre repräsentiert?

TP: Das Quelle-Haus steht bei uns im Museum für das “moderne” Wohnen. Im Vergleich zu dem anderen Wohngebäude der Königsberger Straße, dem Flüchtlingssiedlungshaus aus den 1950er Jahren, ist das Fertighaus natürlich komfortabler: Die Wohnung ist größer und verfügt über ein innenliegendes Bad und ein separates WC, eine große Fensterfront im Wohnzimmer sowie eine Einbauküche. Insofern entspricht dies tatsächlich eher der heutigen Wohnrealität.

ZD: Quelle warb ja auch explizit damit, mit dem eigenen Fertighaus modernen Wohnkomfort zu günstigen Preisen zu bieten. Das Versprechen lautete: zweckmäßige Form – und anfänglich ausschließlich ein Flachdach, funktionaler Grundriss, Ausführung in Leichtbauweise mit modernen Baumaterialien. Das bedeutete zum Teil auch den Einsatz von Asbest. Heute wirken die Gebäude immer noch zeitgemäß, auch wenn sie natürlich energetisch nicht auf dem aktuellen Stand sind.

SZ: Aber nochmal zurück zur Königsberger Straße, weil eins noch gesagt werden muss: In der Baugruppe werden nach ihrer Fertigstellung unterschiedliche Zeitschnitte vertreten sein – von der Ley-Bude, mit der wir an die letzten Kriegsjahre anschließen, bis in die späten 1970er Jahre im Quelle-Fertighaus.

Rosengarten-Kiekeberg, Quelle-Fertighaus, Detail (Bild: FLMK)

mR: Und wie ist die Resonanz aufs Quelle-Haus?

SZ: Sehr gut! Von den Menschen, die das Quelle-Fertighaus besuchen, hören und lesen wir viel Positives. In Bezug auf die Einrichtung erfahren wir von der Begeisterung für den Detailreichtum der Inszenierung, welcher durch die Unterstützung der Familie Gröll ermöglicht wurde. Viele kennen noch bestimmte Gegenstände von früher und fühlen sich ein Stück weit in die eigene Vergangenheit zurückversetzt.

TP: Unsere Besucher:innen stellen häufig auch fest, dass sie das Gebäude eben als sehr modern und den Grundriss als gut geschnitten empfinden. Manche würden selbst gerne in so einem Haus leben.

ZD: Wir würden dort ehrlich gesagt auch alle drei gerne einziehen!

Winsen, Translozierung Quelle-Haus 2019 (Bild: FLMK)

Winsen, Translozierung des Quelle-Hauses, 2019 (Bild: FLMK)

Rosengarten, Quelle-Haus Dezember 2021 (Bild: FLMK)

Rosengarten, Quelle-Haus, Dezember 2021 (Bild: FLMK)

Quelle-Fertighaus-Fibel, 1962 (Scan: FLMK)

Quelle-Fertighaus-Fibel, 1962 (Scan: FLMK)

Titelmotiv: Quelle-Haus Typ D, Katalogabbildung, ca. 1966 (Scan: FLMK)

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LEITARTIKEL: Der Hang zum Gesamtkunstwerk

LEITARTIKEL: Der Hang zum Gesamtkunstwerk

Till Schauen über die Kunst der Selbstdarstellung.

FACHBEITRAG: Was läuft bei VW?

FACHBEITRAG: Was läuft bei VW?

Daniel Bartetzko über die Selbstdarstellung eines Weltkonzerns.

FACHBEITRAG: "Wertkauf hilft sparen!"

FACHBEITRAG: “Wertkauf hilft sparen!”

Peter Liptau über eine Discounter-Idee der 1960er Jahre.

FACHBEITRAG: Die Warenhäuser der DDR

FACHBEITRAG: Die Warenhäuser der DDR

Tobias M. Wolf über eine ostmoderne Bautypologie als CI.

PORTRÄT: System Kirche

PORTRÄT: System Kirche

Karin Berkemann über ein Betonzelt in Serie.

INTERVIEW: "Wir würden selbst einziehen!"

INTERVIEW: “Wir würden selbst einziehen!”

Das Quelle-Fertighaus im Freilichtmuseum am Kiekeberg – Zofia Durda, Theda Pahl und Stefan Zimmermann im Gespräch.

FOTOSTRECKE: Im siebten Kartoffelhimmel …

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Ein Bilder-Rundgang durch die gelb-rote Welt von Maggi.

Der Best-of-90s-Beitrag

WDR-Landesstudio in Düsseldorf: Karin Berkemann über ein Gebäude wie ein Volksempfänger.

Düsseldorf, WDR-Funkhaus (Bild: © Raimond Spekking, CC BY SA 4.0, 2014)