Lüdinghausen, Maggi (Bild: Reinhard Küssner)

FOTOSTRECKE: Im siebten Kartoffelhimmel …

zusammengestellt von Daniel Bartetzko (22/1)

… landete angeblich, wer Maggi-Instant-Kartoffelpüree verspeiste – behauptete die Fernsehwerbung 1972. Zu jener Zeit war die Marke Maggi schon weltberühmt und profitierte von größtem Wiedererkennungseffekt. Dazu benötigte es nur zwei Farben: Rot und Gelb. Sie sind bis heute Erkennungsmerkmal des vom Schweizer Julius Maggi 1872 gegründeten Konzerns. Ob man dessen Lebensmittel nun gutheißen mag oder nicht, sie retteten mit ihrem Explosiv-Geschmack über Generationen misslingende Gerichte noch während des Kochens. Und welche Studierenden-WG ernährte sich nicht zeitweise von Dosenravioli, wenn Haushaltskasse und Faulheit sonst nichts mehr zuließen? Brühwürfel, Tütensuppen, Kartoffelpüree, das Zauberpulver Fondor: Sie werden weltweit konsumiert. Und natürlich die berühmte Würze in der braunen Flasche. 1947 fusioniert Maggi mit Nestlé, der 1887 in Singen geründete deutsche Ableger sitzt heute in Frankfurt. Mit einer schier unverwüstlichen Legende wollen wir hier auch noch mal aufräumen. Es gibt kein “Maggi-Kraut”! (Wozu eigentlich schon der Namen des Firmengründers Beleg genug sein könnte.) Was gerne als angeblicher Inhalt des Würzextrakts bezeichnet wird, ist Liebstöckel. Gegen echtes Maggi ist kein Kraut gewachsen.

Maggi-Würze gibt es seit 1886. Julius Maggi selbst kreierte die berühmte Flasche, deren Form bis heute nur varriiert wurde (Bild: Maggi GmbH/Nestlé)

Maggi-Würze gibt es seit 1886. Julius Maggi selbst kreierte die berühmte Flasche, deren Form bis heute nur variiert wurde. (Bild: Maggi GmbH/Nestlé)

Konsequent fanden die Konzernfarben sich auch stets in den Werbegrafiken wieder. Damit keine Suppe in die Hose geht … (Blechschild um 1900, Bild: Maggi GmbH/Nestlé, CC0)

Die größte Maggi-Flasche der Welt steht in Lüdinghausen – vor dem 1964 eröffneten deutschen Werk. Sie fasst drei Tonnen Würze, die übrigens vegan ist … (Bild: ReinerausH, CC BY-SA 4.0)

Am 14. Mai 1958 debütierten die – damals hochexotischen – Dosenravioli. Heute werden alleine im Maggi-Werk Singen fast 30 Millionen Dosen pro Jahr produziert. Sie überdauerten jede Mode (Bild: Maggi GmbH/Nestlé)

Seit 1959 gibt es die ebenfalls in gelb/roter CI gestalteten Maggi-Kochstudios. Das erste öffnete in Frankfurt/Main die Pforten. Bis heute eroberte keines einen Michelin-Stern (Bild: Eva K, CC BY-SA 3.0)

Allein in West- und Zentralafrika werden pro Jahr 36 Milliarden (!) Maggi-Bouillonwürfel verkauft (Bild: Manuele Zunelli, CC BY 2.0)

Auch in Kingston/Jamaica gibt’s Dosenravioli, wenn sonst nichts mehr geht. Mittlerweile stellt Maggi die Zusammensetzung seiner Produkte nach ökologischen Gesichtspunkten um (Bild: Ralf Steinberger, CC BY 2.0)

Natürlich werden die Produkte angemessen transportiert – die Flanken des VW Bulli waren brillante Werbeträger. Transporter aus den Deutschen Niederlassungen Frankfurt und Singen, ca. 1957 (Bild: Maggi GmbH/Nestlé)

Natürlich werden die Produkte angemessen transportiert – die Flanken des VW Bulli waren brillante Werbeträger. Transporter aus den Deutschen Niederlassungen Frankfurt und Singen, ca. 1957 (Bild: Maggi GmbH/Nestlé)

Kundenbindung bis ins Kleinste: Werbe-Spielzeugauto Austin A40 von Tri-ang, ca. 1970 (Bild: Daniel Bartetzko)

“Eine Kuh, die saß im Schwalbennest / mit sieben jungen Ziegen. Sie feierten ihr Jubelfest / und fingen an zu fliegen” (Maggi-Fleischsuppe, Design ca. 2010, Bild: PD)

Titelmotiv: Lüdinghausen, Maggi (Bild: Reinhard Küssner)

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Inhalt

LEITARTIKEL: Der Hang zum Gesamtkunstwerk

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Till Schauen über die Kunst der Selbstdarstellung.

FACHBEITRAG: Was läuft bei VW?

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Daniel Bartetzko über die Selbstdarstellung eines Weltkonzerns.

FACHBEITRAG: "Wertkauf hilft sparen!"

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Peter Liptau über eine Discounter-Idee der 1960er Jahre.

FACHBEITRAG: Die Warenhäuser der DDR

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Tobias M. Wolf über eine ostmoderne Bautypologie als CI.

PORTRÄT: System Kirche

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Karin Berkemann über ein Betonzelt in Serie.

INTERVIEW: "Wir würden selbst einziehen!"

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Das Quelle-Fertighaus im Freilichtmuseum am Kiekeberg – Zofia Durda, Theda Pahl und Stefan Zimmermann im Gespräch.

FOTOSTRECKE: Im siebten Kartoffelhimmel …

FOTOSTRECKE: Im siebten Kartoffelhimmel …

Ein Bilder-Rundgang durch die gelb-rote Welt von Maggi.

Der Best-of-90s-Beitrag

WDR-Landesstudio in Düsseldorf: Karin Berkemann über ein Gebäude wie ein Volksempfänger.

Düsseldorf, WDR-Funkhaus (Bild: © Raimond Spekking, CC BY SA 4.0, 2014)