KLEINKIRCHEN: Lost Churches in Hamburg-Horn

Die Hamburger Kirchenlandschaft wird in ihrer Qualität meist unterschätzt, dabei entstanden hier in der Nachkriegsmoderne viele Gottesdiensträume von großer Ruhe und Klarheit. Doch in den vergangenen rund 15 Jahren befindet sich dieses baukulturelle Erbe (freundlich gesagt) im Umbruch. Das ehrenamtlich getragene Stadtteilarchiv Hamburg-Horn hat für das mR-Format „invisibilis“ in die Fotokiste gegriffen und Bilder zu vier dieser Kirchen zusammengestellt, die einen Vergleich der Baugestalt vor und nach den Veränderungen ermöglichen. Bereits 2005 wurde die ebenso bescheidene wie charmante Nathanaelkirche (1958) in die Hände von afrikanischen Christ:innen gegeben. Die Kapernaumkirche (1961, Otto Kindt) war lange ein Sorgenkind von Gemeinde und Denkmalpflege. Zuletzt hat sich eine neue religiöse Nutzung gefunden, die den Erhalt sichert: Der Bau wurde bis 2018 in die Al-Nour-Moschee umgewandelt. Das Schicksal der Timotheuskirche (1961, Friedrich Ostermeyer/Paul Suhr) hingegen ist noch in der Schwebe. 2017 wurde sie vom Kirchenkreis als „nicht förderfähig“ eingestuft, somit ist die Gemeinde seitdem allein für alle Unterhaltskosten zuständig – eine Situation die bei vergleichbaren Beispielen oft zu Abrissdiskussionen führt. Die Rimbertkirche (1963, Kurt Schwarze) ist bereits verloren gegangen: Sie wurde 2005 entwidmet und 2008 niedergelegt. (kb, 28.5.21)

Hamburg-Horn, Kapernaumkirche, 1961 (Bild: Kirchenarchiv der Kapernaumkirche, Hamburg)

Hamburg-Horn, Kapernaumkirche, 1961 (Bild: Kirchenarchiv der Kapernaumkirche, Hamburg)

Hamburg-Horn, Kapernaumkirche nach dem Umbau zur Al-Nour-Moschee, 2021 (Bild: Geschichtswerkstatt Horn, Gerd von Borstel, Hamburg)

Hamburg-Horn, Nathanaelkirche, 1958 (Bild: Kirchenarchiv der Nathanaelkirche, Hamburg)

Hamburg-Horn, Nathanaelkirche, 1958 (Bild: Kirchenarchiv der Nathanaelkirche, Hamburg)

Hamburg-Horn, Nathanaelkirche (Bild: Geschichtswerkstatt Horn, Gerd von Borstel)

Hamburg-Horn, Nathanaelkirche. 2005, vor der Abgabe an afrikanische Christ:innen – im Zusammenhang mit diesem Nutzerwechsel wurde der Glockenträger an die Bonifatiusgemeinde in Hamburg-Barmbek abgegeben (Bild: Geschichtswerkstatt Horn, Gerd von Borstel)

Hamburg-Horn, Timotheuskirche (Bild: Geschichtswerkstatt Horn, Gerd von Borstel, Hamburg)

Hamburg-Horn, Timotheuskirche, 2017 eingestuft als „nicht förderfähig“ (Bild: Geschichtswerkstatt Horn, Gerd von Borstel, Hamburg)

Hamburg-Horn, Timotheuskirche (Bild: Geschichtswerkstatt Horn, Gerd von Borstel, Hamburg)

Hamburg-Horn, Timotheuskirche, 2017 eingestuft als „nicht förderfähig“ (Bild: Geschichtswerkstatt Horn, Gerd von Borstel, Hamburg)

Hamburg-Horn, Rimbertkirche, 2006 (Bild: Claus-Dieter Otto, Hamburg)

Hamburg-Horn, Rimbertkirche, 2006, abgerissen 2008 (Bild: Claus-Dieter Otto, Hamburg)

Hamburg-Horn, Rimbertkirche, 2006 (Bild: Claus-Dieter Otto, Hamburg)

Hamburg-Horn, Rimbertkirche, 2006, abgerissen 2008 (Bild: Claus-Dieter Otto, Hamburg)

Hamburg-Horn, Rimbertkirche, 2006 (Bild: Claus-Dieter Otto, Hamburg)

Hamburg-Horn, Rimbertkirche, abgerissen 2008 (Bild: Claus-Dieter Otto, Hamburg)

Titelmotiv: Hamburg-Horn, Nathanaelkirche, 1958 (Bild: Kirchenarchiv der Nathanaelkirche, Hamburg)

KLEINKIRCHEN-PILGERN: Mit Matthias Ludwig zu den Müther-Kirchen

Das Geniale an der Müther-Schale? Unter ihrem gekonnten Betonschwung lässt sich so ziemlich jede (öffentliche) Nutzung stilvoll unterbringen: von der Bushaltestelle bis zur Messehalle, von der Strandwache bis zur Kirche. Und tatsächlich überspannt das vom Bauingenieur Ulrich Müther (1934–2007) entwickelte Hyparschalen-System, mit dem er ab den 1960er Jahren in der DDR und darüber hinaus Furore machte, auch vier Gottesdiensträume. moderneREGIONAL sprach mit Prof. Dipl.-Ing. Matthias Ludwig vom Müther-Archiv in Wismar über die Technik, die weltanschaulichen Hintergründe und die Frage, wie es eine Müther-Schale bis nach Hannover schaffte. (Text/Kartenrecherche: K. Berkemann, 3.5.21)

Interview mit Prof. Dipl.-Ing. Matthias Ludwig (Hochschule/Müther-Archiv Wismar)
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Christuskirche

Häktweg 4, 18057 Rostock

3Picture(s)
In Rostock wurde der erste von bundesweit insgesamt vier Kirchenräumen mit einer Müther-Schale überfangen.
1971

Ev. Gemeindezentrum

Lindenstraße 151, 18435 Stralsund-Knieper West

5Picture(s)
2017 wurde vor Ort ein Förderverein für einen Neubau an anderer Stelle gegründet. Sollte dieser Plan umgesetzt werden, ist das Schicksal der jetzigen Kirche ungewiss.
1977

St. Josef und St. Lukas

Heidmühlenstraße 9, 17033 Neubrandenburg

3Picture(s)
Der Kirchenbau zeigt nach außen und innen deutlich den charakteristischen Schwung der Müther-Schale.
1980

Michaelkirche

Ellernstraße 44, 30175 Hannover

3Picture(s)
Der Kirchenbau wird von der Gemeinde der Christengemeinschaft in Hannover genutzt.
1992
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    Literatur und LInks

    Lämmler, Rahel/Wagner, Michal, Ulrich Müther. Schalenbauten in Mecklenburg-Vorpommern, Salenstein 2008.

    Müther-Archiv, Hochschule Wismar

    Müther-Bauten auf der Insel Rügen

    Titelmotiv: Konstruktionszeichnung einer Hyparschale (Bild: Bauwerk-Verlag, montiert und eingefärbt)

    Mehr vom Kleinkirchen-Projekt

    KLEINKIRCHEN: Lost Churches in Hamburg-Horn

    KLEINKIRCHEN: Lost Churches in Hamburg-Horn

    Sie sind heute abgerissen, umgenutzt oder bedroht – das Stadtteilarchiv Horn hat in seine Fotokiste gegriffen.

    KLEINKIRCHEN-PILGERN: Mit Matthias Ludwig zu den Müther-Kirchen

    KLEINKIRCHEN-PILGERN: Mit Matthias Ludwig zu den Müther-Kirchen

    mR sprach mit Prof. Matthias Ludwig über die Hintergründe der Müther-Schale und der damit überfangenen Kirchen.

    KLEINKIRCHEN-PILGERN: Mit Martin Bredenbeck zu den "fliegenden Kirchen"

    KLEINKIRCHEN-PILGERN: Mit Martin Bredenbeck zu den „fliegenden Kirchen“

    „Versetzbare Kleinkirchen“ – in der rheinischen Landeskirche wurden ab 1960 rund 40 Montagesysteme produziert.

    KLEINKIRCHEN-PILGERN: Mit Matthias Ludwig zum Kapellenbauprogramm

    KLEINKIRCHEN-PILGERN: Mit Matthias Ludwig zum Kapellenbauprogramm

    Zwischen Kiel und Hamburg entstanden in den 1960er und frühen 1970er Jahren rund 80 Schönheiten der Kirchbaumoderne.

    KLEINKIRCHEN: Die Ansgarkirche in Hamburg-Othmarschen

    KLEINKIRCHEN: Die Ansgarkirche in Hamburg-Othmarschen

    Mediterrane Leichtigkeit und skandinavische Lichtstimmung unter einem Kirchendach.

    KLEINKIRCHEN: 9 x Wiesbaden

    KLEINKIRCHEN: 9 x Wiesbaden

    Peter Frenkel auf einem fotografischen Streifzug durch die hessische Landeshauptstadt.

    KLEINKIRCHEN: Die Neue Schlosskirche in Offenbach

    KLEINKIRCHEN: Die Neue Schlosskirche in Offenbach

    Ein brutalistischer Geheimtipp am Rand der Offenbacher City.

    KLEINKIRCHEN-PILGERN: Mit Martin Bredenbeck zu den „fliegenden Kirchen“

    Wer sich keine Kirche leisten kann, der leiht sich eine – und gibt sie weiter, wenn er sie nicht mehr braucht. Nach diesem Prinzip wurden im Rheinland in den 1960er Jahren „versetzbare Kleinkirchen“ produziert. Aus einem Wettbewerb (1959) hatte man – nach verschiedenen Probebauten auch anderer Architekten – zwei Montagesysteme für die Serienfertigung ausgewählt: Vom zeltförmigen Typ A (Helmut Duncker mit Martin Görbing, Düsseldorf) entstanden so mindestens 27 Stück, vom flachgedeckten Typ B (Otto Leitner mit Johann Huf, Unterpfaffenhofen bei München) waren es mindestens acht Exemplare. moderneREGIONAL sprach mit dem Kunsthistoriker Dr. Martin Bredenbeck (LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland) über die Besonderheiten der rheinischen Kleinkirchen. Die untenstehende virtuelle Karte gibt einen Überblick zu Standort, Nutzung und Wanderung von ausgewählten Modellen. (Text/Kartenrecherche: K. Berkemann, 14.4.21)

    Interview mit Dr. Martin Bredenbeck (LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland)
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    Christuskirche

    Häktweg 4, 18057 Rostock

    3Picture(s)
    In Rostock wurde der erste von bundesweit insgesamt vier Kirchenräumen mit einer Müther-Schale überfangen.
    1971

    Ev. Gemeindezentrum

    Lindenstraße 151, 18435 Stralsund-Knieper West

    5Picture(s)
    2017 wurde vor Ort ein Förderverein für einen Neubau an anderer Stelle gegründet. Sollte dieser Plan umgesetzt werden, ist das Schicksal der jetzigen Kirche ungewiss.
    1977

    St. Josef und St. Lukas

    Heidmühlenstraße 9, 17033 Neubrandenburg

    3Picture(s)
    Der Kirchenbau zeigt nach außen und innen deutlich den charakteristischen Schwung der Müther-Schale.
    1980

    Michaelkirche

    Ellernstraße 44, 30175 Hannover

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    Der Kirchenbau wird von der Gemeinde der Christengemeinschaft in Hannover genutzt.
    1992
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      Literatur

      Archiv der Ev. Kirche im Rheinland. Bestand Landeskirchenamt ( LKA ). Sachakten Az. 11 bis Az. 131949-19711 OB 017 [Findbuch].

      Bredenbeck, Martin, Die Zukunft von Sakralbauten im Rheinland (Bild – Raum – Feier 10), Regensburg 2015 (zugl. Diss., Bonn, 2012).

      Buchholz, Bert/Klein, Tatjana, Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland Düsseldorf. 1OB 017. Landeskirchenamt Sachakten 2 : Az. 11 1972-1984, Düsseldorf 2015 [Findbuch].

      Kirchen. Von der Stange, in: Der Spiegel, 3. April 1966.

      Meys, Oliver, Projekt zur Erfassung des Kirchenbaus nach 1945 in NRW, in: Beckmann, Eva-Maria (Bearb.), Zwischen Stolz und Vorurteil: Nachkriegskirchen im Rheinland. Dokumentation zum 4. Rheinischen Tag für Denkmalpflege in Düren, 10. Mai 2015 (Mitteilungen aus dem LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland 22), S. 33-44.

      Ludwig, Matthias, „Lieb‘ Holstein, mußt mehr Kirche bauen!“ Zum Kapellenbauprogramm der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schleswig-Holsteins, in: Ludwig, Matthias (Bearb.), „… viele kleine Kirchen“. Das Kapellenbauprogramm der 1960er Jahre in Schleswig-Holstein (Beiträge zur Denkmalpflege in Schleswig-Holstein 2), hg. vom Landesamt für Denkmalpflege, dem Evangelisch-Lutherischen Kirchbauverein für Nordelbien und dem Nordelbischen Kirchenamt Kiel, Kiel 2011, S. 34–76.

      Lütters, Herbert (Hg.), Neue Kirchen im Rheinland, hg. von der Evangelischen Kirche im Rheinland, Düsseldorf 1963.

      Nieser, Günther, Die evangelische Kirche von Bliesransbach. Chronik, o. J.

      Wimmenauer, Karl, Über (un-)versetzbare Kleinkirchen, oder die Trägheit, Provisorien zu überwinden, in: kunst und kirche 33, 1970, S. 164-171.

      Mehr vom Kleinkirchen-Projekt

      KLEINKIRCHEN: Lost Churches in Hamburg-Horn

      KLEINKIRCHEN: Lost Churches in Hamburg-Horn

      Sie sind heute abgerissen, umgenutzt oder bedroht – das Stadtteilarchiv Horn hat in seine Fotokiste gegriffen.

      KLEINKIRCHEN-PILGERN: Mit Matthias Ludwig zu den Müther-Kirchen

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      mR sprach mit Prof. Matthias Ludwig über die Hintergründe der Müther-Schale und der damit überfangenen Kirchen.

      KLEINKIRCHEN-PILGERN: Mit Martin Bredenbeck zu den "fliegenden Kirchen"

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      „Versetzbare Kleinkirchen“ – in der rheinischen Landeskirche wurden ab 1960 rund 40 Montagesysteme produziert.

      KLEINKIRCHEN-PILGERN: Mit Matthias Ludwig zum Kapellenbauprogramm

      KLEINKIRCHEN-PILGERN: Mit Matthias Ludwig zum Kapellenbauprogramm

      Zwischen Kiel und Hamburg entstanden in den 1960er und frühen 1970er Jahren rund 80 Schönheiten der Kirchbaumoderne.

      KLEINKIRCHEN: Die Ansgarkirche in Hamburg-Othmarschen

      KLEINKIRCHEN: Die Ansgarkirche in Hamburg-Othmarschen

      Mediterrane Leichtigkeit und skandinavische Lichtstimmung unter einem Kirchendach.

      KLEINKIRCHEN: 9 x Wiesbaden

      KLEINKIRCHEN: 9 x Wiesbaden

      Peter Frenkel auf einem fotografischen Streifzug durch die hessische Landeshauptstadt.

      KLEINKIRCHEN: Die Neue Schlosskirche in Offenbach

      KLEINKIRCHEN: Die Neue Schlosskirche in Offenbach

      Ein brutalistischer Geheimtipp am Rand der Offenbacher City.

      Typenmodell Typ A (Bild: kunst und kirche 1960, eingefärbt)

      Titelmotiv/unten: Modell der Typ-A-Kleinkirche (Titelmotiv) nach einem Entwurf von Helmut Duncker und der Typ-B-Kleinkirche nach einem Entwurf von Otto Leitner (Bilder: kunst und kirche 1960, eingefärbt)