Lünen, Verwaltung Zeche Preußen (Bild: Helfmann, CC BY-SA 3.0)

Fassadismus in Lünen

Eine der ersten geschlossenen Zechen des Ruhrgebiets steht in Lünen. Die Zeche Preußen, deren Anfänge in den 1870ern liegen, wurde aber nicht in den 1980ern stillgelegt, sondern bereits 1929! Von der Schachtanlage ist nur noch das ehemalige Verwaltungsgebäude im Stadtteil Horstmar erhalten geblieben. Die für die Kumpel der Zeche Preußen in Lünen-Süd errichtete „Siedlung Ziethenstraße“, heute Teil der Route der Industriekultur, aber auch die Zechensiedlung in Horstmar sind Zeugen der Bergbaugeschichte in Lünen. Von der zugehörigen Schachtanlage Preußen II sind nach Abbruch der Tagesanlagen im Jahre 1932 noch einige Betriebsgebäude erhalten.

Nun wird auch das zuletzt als Wohnhaus genutzte Verwaltungsgebäudes der ehemaligen Zeche Preußen abgerissent – aber nur fast: Die Backsteinfassade zur Preußenstraße soll erhalten bleiben und in einen Neubau integriert werden. Der Bauverein Lünen plant auf dem Gelände, das zuletzt von einem Stahlhandel genutzt wurde, das „Wohnquartier Preußenstraße“ mit 79 teils öffentlich geförderten Wohnungen. Anstelle der Zechendirektion soll ein Dienstleistungshaus entstehen, in dem neben der Verwaltung des neuen Wohnquartiers auch ein Pflegedienst einziehen soll. Die historische Backsteinfassade Fassade soll dabei die Erinnerung an die Zechenhistorie aufrechterhalten. Atmen Sie einmal tief durch und sagen zu sich: „Besser als nix“ … (db, 31.3.21)

Lünen, Verwaltung Zeche Preußen 2013 (Bild: Helfmann, CC BY-SA 3.0)