Kaiserslautern, Villa Glaeser 2020 (Bild: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Wegner)

Letzte Hoffnung für Villa Glaeser?

Den Niedergang der Villa Glaeser in Kaiserslautern „beschämend“ zu nennen, wäre blanke Verharmlosung: Was sich mit dem 1928/29 nach Plänen von Hans Herkommer errichteten, denkmalgeschützten (!) Landhaus des Emaille-Fabrikanten und Kunstsammlers Max Glaeser ereignet hat, ist schlicht katastrophal. 2007, nach dem Auszug der letzten Mieter, war der Bau sanierungsbedürftig aber weitgehend intakt, Teile der originalen Ausstattung vorhanden. Doch dann passierte – nichts. Außer, dass der Bau sich selbst überlassen wurde, Vandalen Einzug hielten, und als Höhepunkt Kupferdiebe, die kurzerhand (und angeblich unbemerkt) das ganze Dach stibitzten! 2014 wechselte die Villa Glaeser den Besitzer, doch der neue Eigner ist unsichtbar; mittlerweile ist das Haus zur einsturzgefährdeten Ruine verkommen – vor aller Augen.

Nun gibt es vielleicht einen letzten Anlauf zur Rettung: Gerade hat die Stuttgarter Restauratorin Anna Kosar einen Fördervertrag der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) über 7000 Euro für Planungsleistungen an der Villa Glaeser erhalten. Kosars Ermittlung der Sanierungskosten sollen „als Grundlage für weitere Planungen dienen“, so die Pressemitteilung der DSD. Ob dies angesichts eingestürzter Decken, durchnässtem Mauerwerk und flächendeckenden Verwüstungen Anlass zur Hoffnung ist, bleibt fraglich. Gleichwohl ist die Geschichte der Villa Glaeser, die auch im Bauhaus-Jahr 2019 keine Beachtung fand, ein Lehrbeispiel für die Machtlosigkeit stadttscher Gremien und Denkmalämter. (db, 30.7.20)

Kaiserslautern, Villa Glaeser 2020 (Bild: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Wegner)