Orange (BIld: ptrabattoni, gemeinfrei, via pixabay.com)

Orange

Wenn die 1950er Jahre pastellfarben waren, dann scheinen uns die 1970er im Rückblick orange. Vielleicht noch apfelgrün – nicht das verzärtelte Bioapfelgrün der 1980er, sondern die Knallfarbe der Zahnpastawerbung. Je künstlicher, desto besser. Im Stadtmuseum Bietigheim-Bissingen widmet man sich in der kommenden Wechselausstellung ganz dieser Epochenfarbe. Orange stehe für „Frieden, Freizeit, Feminismus“, für „Technik, Mode und Konsum“, kurz: für das Lebensgefühl der 1970er Jahre (und die 1960er Jahre werden großzügig mit hineingenommen).

„Vom Eierlocher bis zum Familienauto“, so die poetische Ankündigung, werden allerlei Alltagsgegenstände dieser Zeitepoche präsentiert. Es handelt sich überwiegend um private Leihgaben aus der Region, aber auch um knallfarbene Vergleichsobjekte aus der DDR. Mit neuen Siedlungen übersprang die Große Kreisstadt die Marke von 200.000 Einwohnern. 1975 wurden Bietigheim und Bissingen zusammengeschlossen, 1977 der Verkehrs- und Tarifverbund VVS gegründet. Die ersten S-Bahnzüge mit orangefarbener Pop-Lackierung fuhren ab 1981 nach Bietigheim-Bissingen. Lokale Geschäfte wie das Kleiderhaus „Nägele Moden“ oder die Baumarktkette „Obi“ tragen das Orange bis heute mit Stolz. Die Ausstellung ist im Stadtmuseum Bietigheim-Bissingen zu sehen vom 25. Oktober 2020 bis zum 18. April 2020. (kb, 24.9.20)

Orange (Bild: ptrabattoni, gemeinfrei, via pixabay.com)