Wiesbaden, Kantinenbau (1977) im Behördenzentrum Schiersteiner Berg (Bild: Karin Berkemann)

Wiesbaden: Muss die Kantine weg?

Dem Behördenzentrum Schiersteiner Berg in Wiesbaden droht, so meldet die Frankfurter Rundschau (FR), der Abriss. Im Herzen dieses Ensembles steht der Kantinenbau, den das Staatsbauamt (v. a. Hans-Peter Scholz) 1977 fertigstellte. Die vorkragende Attika, die kantigen Wasserspeier, das zurückspringende Obergeschoss, das geschlossene Dachgeschoss – die Stahlbetonkonstruktion mit Fertigelementen erinnert an die traditionelle japanische Holzarchitektur. Auf die Kellerräume für Küche und Lager folgen die Speisebereiche, die Cafeteria mit Dachterrasse und die Haustechnik. Außen wie innen wurde tief in den Farbtopf gegriffen: Gelb, Orange, im Inneren zudem Braun- und Grüntöne.

Das Land verkaufte das Behördenzentrum 2004/06, aktuell gehört es der OFB-Gesellschaft (Teil der Helaba, Tochter der Landesbank Hessen-Thüringen). Gerade wurde der Aufstellungsbeschluss für das Gelände verabschiedet, auf dem die OFB neu bauen will – bis 2036, bis zu 14 Stockwerke: „ein belebtes, hochverdichtetes Stadtquartier mit Tiefgarage“, fasst die FR zusammen. Wie es mit dem Areal und der Kantine konkret weitergeht, ist noch offen. Die Fraktion der Linken und Piraten wollen den Neubau ebenso verhindern wie der Gestaltungsbeirat. Vor allem ist das Land weitere 14 Jahre per Mietvertrag an den Standtort gebunden (die Räume des Sozialministeriums stehen bereits seit 2018 leer), kann damit über dessen Zukunft mitentscheiden. (kb, 20.5.20)

Wiesbaden, Kantine im Behördenzentrum Schiersteiner Berg (Bilder: Karin Berkemann)

Wiesbaden, Kantinenbau (1977) im Behördenzentrum Schiersteiner Berg (Bild: Karin Berkemann)