Wuppertal, ehemalige Justizvollzugsschule (Bild: Atamari, CC BY SA 3.0, 2009)

Justizvollzugsschule: Erst sanieren, dann abreißen

Auf der Wuppertaler Hardt überschlagen sich die Ereignisse: Noch ist der Verkauf vom Land an die Stadt nicht vollzogen, schon beginnen die Sanierungsarbeiten am Josef-Neuberger-Haus, um dieses direkt danach abzureißen. Die Räume wurden 1958 für die Pädagogische Akademie Wuppertal errichtet. 1977 übernahm die Justizvollzugsschule Nordrhein-Westfalen die – 1983 nach dem ehemaligen Justizminister Josef Neuberger benannten – Häuser, um 2014 ebenfalls auszuziehen. Zuletzt diente der Standort als Ausweichquartier für Wuppertaler Schulen. Noch 2019 engagierte sich eine Initiative für den Erhalt der Bauten samt der umgebenden Grünflächen, doch schon 2013 hatten sich das Land gegen eine Unterschutzstellung entschieden.

Aktuell werden vor Ort Fakten geschaffen: Die Asbestsanierung läuft bereits, damit im Januar 2021 der Abriss starten kann. Für beide Schritte werden (ohne Neubau) 4,6 Millionen Euro eingeplant. Das Gelände will man 2021 als Ausweichquartier für weitere Wuppertaler Schulen herrichten, die in der Zwischenzeit saniert werden. Das bestehende Josef-Neuberger-Haus von 1958 sei dazu nicht geeignet. Zwar schade der baugebundene Asbest nicht während einer schulischen Nutzung, aber – so das städtische Gebäudemanagement gegenüber der Presse – der enge Zeitplan und die Kosten-Nutzen-Abwägung ließen den Abriss als alternativlos erscheinen. Die Opposition hingegen befürchtet, dass an diesem Standort mittelfristig exklusive Wohnbauten entstehen könnte – und damit ein beliebtes Naherholungsgebiet verloren ginge. (kb, 1.11.20)

Wuppertal, Josef-Neuberger-Haus (Bild: Atamari, CC BY SA 3.0, 2009)