Christoph Liepach 1992 in der Birkenstraße von Gera-Lusan (Bild: privat)

Gera-Lusan: „Die Birkenstraße blieb“

„Als in Gera-Lusan 1972 die ersten Straßen entstanden, wurden sie provisorisch als ‚Baustraßen‘ bezeichnet. Für die offiziellen Straßennamen orientierte man sich später oft an der geplanten Bepflanzung. Meine Großeltern waren 1975 Erstbezieher in der Birkenstraße. Hier wuchsen meine Mutter und meine Tante auf. Auch ich sollte hier die Kombinierte Kindereinrichtung besuchen. Ich ging in die nahegelegene Schule, die meine Mutter und Tante zuvor besuchten und in die meine jüngere Schwester heute geht. Dies alles klingt recht dörflich, würde es sich nicht um den ersten Abschnitt des Neubauviertels handeln. Sechs weitere Abschnitte folgten, am 30. Juni 1985 sollte Lusan 44.086 Einwohner zählen, bevor Mitte der 90er Jahre der Rückbau begann. Viele Straßen wurden umbenannt. Die Birkenstraße blieb. Sie veränderte sich trotzdem. Der Plattenbau meiner Eltern und die Kindereinrichtung verschwanden. Die Wohnung meiner Großeltern wurde saniert. Für mein Buch ‚Stadtbilderklärer Gera-Lusan‘ begab ich mich auf Spurensuche: bei Zeitzeugen, in Archiven und mit der eigenen Kamera. Ich wohne heute nicht mehr in Gera. Die Birkenstraße passiere ich aber bei jedem Besuch immer wieder gerne.“ (Christoph Liepach, * 1990, heute Grafiker, Kunstpädagoge und interessiert an der Ästhetik der Platte)

Sein aktuell im mdv (Mitteldeutscher Verlag) erschienenes Buch „Stadtbilderklärer Gera-Lusan“ versteht Christoph Liepach als Erinnerungsbuch und zugleich beispielhafte Dokumentation einer Neubausiedlung der DDR. Layout, Bild und Grafik gestaltete er als Reminiszenz an das Design der 1970er Jahre.

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