SOS Brutalismus in Aalen

Die Ausstellung „SOS Brutalismus – Rettet die Betonmonster“, ein gemeinschaftliches Projekt des Deutschen Architekturmuseums Frankfurt und der Wüstenrot Stiftung, zieht weiter: Vom 1. Februar bis zum 29. März 2020 wird sie in der Galerie im Rathaus Aalen zu sehen sein. Bereits am Freitag, den 31. Januar findet um 18:00 Uhr die Vernissage statt, bei der auch DAM-Kurator Oliver Elser sprechen wird. Der aktuelle Ort der 2017 erstmals gezeigten Schau ist natürlich nicht ohne Grund gewählt.

Hintergrund ist der aktuelle Diskurs um die Zukunft des Aalener Rathauses, denn dort stehen demnächst größere Sanierungsmaßnahmen an. Nach einer Vortragsreihe im vergangenen Jahr soll die Ausstellung noch einmal die Qualitäten des Brutalismus und somit auch die architektonische Qualität des Rathauses ins Bewusstsein rufen. Der 1975 nach Plänen des Reutlinger Architekten und späteren Ulmer Baubürgermeisters Helmut Schaber realisierte Bau lehnt sich stilistisch an Kenzo Tanges Verwaltungsgebäude der Präfektur Kagawa im japanischen Takamatsu an. (mk, 22.01.20)

Aalen, Rathaus und Reichsstädter Brunnen (Bild: Stephan Becker, CC BY-SA 4.0)

Im Gespräch: Der Mainzer Ernst-Ludwig-Platz

Lange Zeit wurde der Ernst-Ludwig-Platz vernachlässigt, nun wird er zum Stadtgespräch: Am Donnerstag, den 16. Januar 2020 um 18 Uhr findet im Landesmuseum Mainz eine Gesprächsrunde mit dem Thema „Der Ernst-Ludwig-Platz in Mainz. Ein Freiraum der Nachkriegsmoderne im Spannungsfeld zwischen denkmalpflegerischer Würdigung, städtebaulicher Verdichtung und historisierender Neuschöpfung“ statt. Thomas Metz von der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz wird mit einem Einführungsvortrag über die Hintergründe des Mainzer Wiederaufbaus informieren und die Entwürfe der beteiligten Planer Egon Hartmann und Ernst May vorstellen. Der Eintritt ist frei.

Den Rahmen für Vortrag und Gesprächsrunde bildet die aktuelle Ausstellung des Landesmuseums über den Architekten Egon Hartmann. Eine sehenswerte Ausstellung, da Hartmann sowohl in der DDR als auch in der BRD wichtige Positionen bekleidete und für die Nachkriegsarchitektur von der Stalinallee in Berlin bis zum Münchener Stadtteil Neuperlach wesentliche Impulse gab. Der breiten Öffentlichkeit blieb er jedoch bisher weitgehend unbekannt. Die Ausstellung ist noch bis zum 1. März 2020 im Landesmuseum Mainz zu sehen. (mk, 15.01.20)

Vater des Bauhäusles verstorben

Der Architekturprofessor Peter Sulzer ist im Alter von 87 Jahren verstorben. Wie die Rheinpfalz berichtet, starb der gebürtige Karlsruher bereits am 18. Dezember des vergangenen Jahres. Nach dem Abitur entschloss Sulzer sich zunächst für ein Studium der Malerei an der Hamburger Hochschule für bildende Künste. Hier wurde er unter anderem von dem Bauhausschüler Kurt Kranz unterrichtet. Später folgten Stationen an der Hochschule für Gestaltung in Ulm und schließlich das Architekturstudium an der Technischen Hochschule Karlsruhe bei Egon Eiermann.

Eine prägende Begegnung fand 1959 auf einer Frankreich-Reise des jungen Architekten statt: Sulzer machte Bekanntschaft mit Jean Prouvé. In der Folge wurde er zu einem wichtigen Experten für dessen Werk, was sich bis heute in der von Sulzer und seiner Frau Erika Sulzer-Kleinemeier gegründeten Stiftung Simonshof ausdrückt. Stiftung und Museum Simonshof baute Peter Sulzer parallel zu seiner Tätigkeit als Professor an der Universität Stuttgart (1969-1997) aus. Größere Aufmerksamkeit erregte das dortige Projekt „Bauhäusle“, ein Wohnheim, das er mit seinem Kollegen Peter Hübner 1982 in Eigenarbeit durch und für Studierende errichten ließ. Zudem war Peter Sulzer lokalpolitisch aktiv, als persönliches Vermächtnis und als Ort der Erinnerung bleibt indes vor allem der Simonshof in Gleisweiler. (mk, 10.1.20)

Stuttgart, Bauhäusle (Bild: Inkunabella, CC BY-SA 4.0)