Wolfgang Voigt spielt Flughafen (Bild: privat)

Wolfgang Voigt, * 1950

Er war zwölf, sein Bruder vierzehn Jahre alt: 1962 radelten sie an vielen Wochenenden zum Hamburger Flughafen. „Dann haben wir ihn zu Hause nachgebaut: Eine Holzplatte wurde mit weißer Pappe bedeckt und in Vorfeld und Bauzone aufgeteilt“, erinnert sich der Architekturhistoriker Wolfgang Voigt. Zwar gab es im Angebot der Firma Siku ein Terminalgebäude, aber: „Ich wollte ja damals schon Architekt werden und so baute ich mit Hilfe der Mauerplatte ‚Backstein‘ von Faller ein Abfertigungsgebäude mit seitlichen Flügelbauten und Kontrollkabine auf dem Dach.“ Hinzu kamen Katalog-Modelle wie der Kiosk B-2123 und die Tankstelle B-217 von Faller. Auf dem Vorfeld war Platz für drei Flieger aus Revell-Bausätzen: eine Vickers Viscount der Lufthansa, eine Lockheed Constellation der US Air Force und ein damals neuartiger Jet, die elegante „Caravelle“ in den Farben der SAS. Und drumherum standen Wiking-Autos.

„Bei den Besuchen am Flughafen wurden aus der Schalterhalle Prospekte und Flugpläne mitgenommen. Besonders nett waren die Leute von der Lufthansa und der KLM. Als die KLM von Propellermaschinen auf Jets umstellte, schenkte sie uns das nicht mehr benötigte Schaufenster-Modell einer Lockheed-Constellation.“ Im Kinderzimmer wurde ein Reisebüro eingerichtet. Wenn die Eltern Besucher hatten, mussten diese zuerst bei den Söhnen eine Flugreise buchen!