Saarbrücken, Grundschule Saarbrücken-Ost (1956, Peter Paul Seeberger) (Bild: Marco Kany)

Neue Schulen

mit einem Text von Kerstin Renz und Fotos von Marco Kany (18/3)

Die Schulen der Stadt Saarbrücken aus den 1950er Jahren – zur Saarmoderne gehören sie unbedingt mit dazu. In diesem Jahrzehnt ging es darum, einen enormen Aufholbedarf zu bewältigen. Die Planer in den Hochbauämtern taten sich nicht immer leicht, alte Gleise zu verlassen. Doch die Impulse von außen, aus der Schweiz, aus den USA und Skandinavien waren stark und überzeugend. Zahlreiche Architekten hatten sich nach dem Krieg dort umgesehen und kamen mit neuen Schulbaukonzepten nach Hause. Auch in Saarbrücken sollte nach neuen Kriterien gebaut werden: Aufenthaltsqualität im Haus und auf den meist großzügigen Freiflächen, Klassenräume mit flexibel handhabbarem Mobiliar und günstigenfalls zweiseitiger Belichtung für neue Unterrichtsformen, Foyers, Treppenhäuser und Korridore mit viel Licht, Farbe und spielerischen Details, die für eine neue Pädagogik und Offenheit standen. Beste Startbedingungen für eine neue demokratische Jugend? Nicht immer und nicht überall, denn die Unterrichtsmethoden hinkten oftmals der Architektur hinterher. Insgesamt aber wurde in einer Qualität und mit einem fast liebevollen Sachverstand gebaut, der heute immer wieder erstaunt.

 

Literaturtipp

Renz, Kerstin, Testfall der Moderne – Diskurs und Transfer im Schulbau der 1950er Jahre, Ernst Wasmuth Verlag, Tübingen 2016/17, 17 x 24 cm, Klappenbroschur, ISBN 9783803008169.