Denkmal Europa – reloaded

Pünktlich zum Weltkindertag 2020 wurde die Plattform www.denkmal-europa.de neu gestartet. Entstanden als Aktion der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger im Welterbejahr, wurde die Seite nun zum ständigen Angebot erweitert. Man will spielerisch „für die Kultur des Bauens sowie für die Aspekte der Demokratie oder der Nachhaltigkeit“ begeistern. Zielgruppe sind Kinder und Jugendliche, aber auch Kulturvermittler und Denkmalinteressierte werden mitgedacht.

Auf 1961 Seiten finden sich jetzt 15 Beste-Praxis-Projekte, 12 Schulterblicke, 11 Zeitleisten, 22 Toolbox-Ideen, sieben Graphic Novels und zwei Erklär-Clips, ein Denkmal-ABC mit wichtigen Fragen und Antworten, hilfreiche Hinweise zur Vermittlungsdidaktik, Ansprechpartner vor Ort sowie ein 92 Seiten starkes Workbook, das über QR-Codes mit der Website verbunden ist. Die Architekturmoderne ist u. a. über den Aspekt „Bauhaus“ prominent vertreten. (kb, 27.9.20)

Denkmal Europa (Bild: Themenbild der Homepage)

Röhrenpost

In diesem Jahr startet die Deutsche Bundespost eine neue Serie von Sonderbriefmarken. Das hochaktuelle Thema: U-Bahn-Stationen. Den Auftakt bildet die knallfarbene Haltestelle „Marienplatz“, Münchens wichtigster Umsteigebahnhof. Von hier aus erschließen sich Einheimische wie Touristen die historische Innenstadt und die Fußgängerzone. Die Verkehrsströme – U 3 und U 6, S 1 bis S 8, nicht zuletzt die Fußgängertunnel- und -wege – verteilen sich unterirdisch auf vier Ebenen.

Die vom Architektenbüro Alexander Freiherr von Branca 1971 gestaltete Station „Marienplatz“ wurde auch vom Wiener U-Bahndesign inspiriert. Man verband orangefarbenen Wandverkleidungen an einzelnen Stellen mit ultramarinblauen und dunkelgrünen Fliesen sowie weißen Decken. Die zugehörigen Briefmarken (je 44,2 x 26,2 mm) sind, ganz Old school, nassklebend und werden in Zehnerbögen feilgeboten. Sie gelten für innerdeutsche Kompaktbriefe bis zu 50 Gramm und für Postkarten in Europa. Weitere U-Bahnmotive sollen folgen. (kb, 26.9.20)

Briefmarke, U-Bahnstation Münchener Marienplatz (Bild: deutschepost.de, © Chris M Forsyth)

Moderne – gezeichnet

Wer bauen will, muss zuerst zum Bleistift greifen. Genauer gesagt, er musste, denn inzwischen haben Computer und Co. die Architekturzeichnung in weiten Teilen abgelöst. Ein guter Zeitpunkt, um auf die Eigenheiten dieser jahrhundertealten Technik zu schauen. Neben zweidimensionale Darstellungen – Grundriss, Aufriss und Schnitt – tritt häufig das perspektivische Zeichnen. Hier gewinnt die Idee des Architekten seine plastische Form. Da werden große Vorstellungen verkleinert zu Papier gebracht, um sie den Bauherren und Handwerkern besser vermitteln zu können. Und mit jeder Übertragung nimmt die Technik auch Einfluss auf die spätere Bauform.

In seinem neuen Buch wagt Klaus Jan Philipp – Leiter des Instituts für Architekturgeschichte, Architektur, Stadtplanung an der Universität Stuttgart – nicht weniger als eine Entwicklungsgeschichte der Architekturzeichnung, vom Mittelalter bis heute. In der reich bebilderten Publikation stehen technische Umsetzungen neben Bildern von hoher malerischer Qualität. Und hier entfalten gerade die Architekturzeichnungen des 20. Jahrhunderts, an der Schwelle zur Technisierung und Digitalisierung dieses Mediums, ihre hohe Kraft: als Plädoyer für die Chancen einer alten Tradition für das Bauschaffen des 21. Jahrhunderts. (kb, 25.9.20)

Philipp, Klaus Jan, Architektur – gezeichnet. vom Mittelalter bis heute, Birkhäuser-Verlag, Basel 2020, 33 x 24 cm, 352 Seiten, ISBN: 978-3-03821-563-9.

Titelmotiv: Buchmotiv aus: Klaus Jan Philipp, Architektur gezeichnet (Bild: via Birkhäuser-Verlag)