Das Buch zum Dachaufbau

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Das Buch zur Ausstellung (Bild: M-Books-Verlag)

„Nadogradnje“ – dass sich hinter einem so sperrigen Titel wie „Urbane Selbstregulierung in post-jugoslawischen Städten“ eine so spannende Ausstellung verbirgt … Noch bis zum 9. September 2016 zeigt der Architektursalon Köln aktuelle Fotografien von Gregor Theune. Eingefangen hat er „informelle Dachaufbauten“, sprich: mithilfe von Baumarktartikeln im Eigenbau nach oben erweiterte Häuser der Ostmoderne.

Wer mag, kann die Fotografien im Anschluss im gleichnamigen Buch, herausgegeben  von Sven Quadflieg und Gregor Theune im M Books-Verlag nach Hause tragen. Ein thematisches „Salongespräch“ vertieft das Thema am 25. August um 19.30 Uhr im Kölner Architektursalon. Eingeladen sind Gästen aus der Region Post-Jugoslawiens, die im Rahmen ihrer Projekte Ihre Haltung zum Thema Selbstbau vermitteln: Matevž Čelik, Direktor des MAO Museum of Architecture and Design, Ljubljana und Marko Dabrović vom Studio 3LHD, Zagreb. Anmeldungen werden entgegengenommen unter: koeln@ait-architektursalon.de. (kb, 24.7.16)

Trauer um Manfred Hegger

Frankfurt, Aktiv-Stadthaus Westhafen (Bild: HHS Architekten)
Frankfurt, Aktiv-Stadthaus Westhafen (Bild: HHS Architekten)

Sein Tod liegt vier Wochen zurück, doch obwohl die Bauten seines Büros deutschlandweit präsent sind, wurde eher unauffällig Kenntnis vom Ableben Manfred Heggers genommen. Dabei hat er sich in seinen Projekten vor allem um das allgegenwärtige Thema Energieeffizienz verdient gemacht. Nach Abschluss seines Studiums gründete der gebürtige Korschenbroicher 1980 mit Doris Hegger-Luhnen und Günther Schleiff das Büro HHS in Kassel. An der TU Darmstadt war Hegger von 2001 bis 2014 Professor für Entwerfen und Energieeffizientes Bauen – er hatte diesen Fachbereich dort aufgebaut und machte die Universität in der (Bau-)Energieforschung weltbekannt. Zwei Siege beim Solar Decathlon in Washington DC (2007 und 2009) basierten maßgeblich auf seinem Wirken.

Die Gebäude von HSS stehen als Beweis, dass umweltgerechtes Bauen nichts mit gewollt windschiefen Öko-Hütten zu tun haben muss: Zu den bekannten Werken zählen etwa die Fortbildungsakademie Mont Cenis in Herne, ein Gemeinschaftsprojekt mit Françoise Jourda und Gilles Perraudin zur IBA Emscher Park (1999), der „Energiebunker“ Hamburg (1943, 2008-12) sowie die Ökosiedlung am Wasserturm in Kassel (1986).  Am 29. Juni 2016 ist Manfred Hegger im Alter von 70 Jahren gestorben. Ihm zu Ehren lädt der Fachbereich Architektur der TU Darmstadt am 27. Juli um 18 Uhr ein zu einer Gedenkveranstaltung  im Max-Guther-Hörsaal auf dem Campus Lichtwiese, El-Lissitzky-Straße 1. (db, 23.7.16)

Trinkhallen im Pott

Wattenscheid, Trinkhalle Korthäuschen; Bild: Tag der Trinkhalle/Veranstalter
Bitte recht freundlich: Wattenscheid, Trinkhalle „Korthäuschen“ (Bild: Tag der Trinkhalle/Veranstalter)

Trinkhallen oder – wie der Hesse sagt – „Wasserhäuschen“ zählen zu den wichtigsten sozialen Orten, gerade auch in Großstädten und Metropolregionen. Im Ruhrgebiet huldigt man der Trinkhalle ganz besonders: Als „Dorfplatz der Großstadt“ ist kaum ein anderer Ort so eng mit der Geschichte und den Menschen der Region verbunden. Grund genug, die Trinkhallenkultur einen Tag lang im gesamten Ruhr­gebiet zu feiern – und zwar mit dem 1. Tag der Trinkhallen.

Am 20. August 2016 werden Kioske im ganzen Revier als Begegnungsort der Kultur(en) fungieren. Unter dem Motto „Kumpels, Klümpchen & Kultur“ bieten zahlreiche Trinkhallen der gesamten Metropole Ruhr ihren Kunden etwas Besonderes. An 50 ausgewählten Buden gibt es zusätzlich zwischen 16 und 22 Uhr ein Kulturprogramm der besonderen Art. Poetry Slam und Literatur, Kabarett und Kleinkunst, Musik von Rock/Pop, Jazz und Weltmusik bis zu Klassik und Elektro – live gespielt von Bands und DJs oder zum Mitsingen. Und wer sich nicht so sehr fürs Kulturprogramm interessiert, kann sich ja auch einfach ein „Herrengedeck“ bestellen. Oder an der Architektur mancher der „Kulturbuden“ erfreuen, denn es sind einige feine Exemplare der 1930er bis 1970er dabei … (db, 22.7.16)

 

Rheinparkcafé: Sanierung beginnt

Das Kölner Rheinparkcafé (Bild: Owi)
Im Kölner Rheinparkcafé läuft die Sanierung an (Bild: Owi)

2015 verkündeten wir die Rettung des Kölner Rheinparkcafés – und berichteten gleichzeitig über kritische Stimmen aus der kunsthistorischen Fachwelt hinsichtlich des Sanierungskonzepts. Hier sah man gar die Gefahr der „Versaubeutelung“ des eleganten Baus von 1957. Bevor der ursprüngliche Sanierungsplanung des Architekten Bodo Marciniak in Angriff genommen werden konnte, machte aber der Sohn des Architekten Steinbüchel-Rheinwall seine Urheberrechte an dem Bau geltend. Kürzlich wurden die Arbeiten wieder aufgenommen und man begann mit der Schadstoffsanierung und Entkernung des Cafés. Die kritisierten Pläne wurden indes einer Revision unterzogen.

Nach langen Verhandlungen einigten sich Stadt, Denkmalschutz, der Rechteinhaber und die zukünftigen Betreiber auf einen Kompromiss. Die für das Café charakteristische Rampe soll zwar nach wie vor abgerissen werden, an ihre Stelle wird künftig eine neue Rampe mit Treppe im Stile der 1950er treten. Die Vergrößerung des überdachten Raumes in der ersten Etage ist aber abgewendet, so dass die ursprüngliche Silhouette des Baus erhalten bleibt. 2018 soll das Café wiedereröffnet werden. (jr, 21.7.16)

Berlin: Baustopp für U-Bahnhöfe?

Berlin, Fehrbelliner Platz (Bild: IngolfBLN, CC BY SA 2.0)
Bald unter Denkmalschutz? Die Berliner U-Bahn-Station „Fehrbelliner Platz“ (Bild: IngolfBLN, CC BY SA 2.0)

Im März 2016 zeigten sich Berliner Architekturwissenschaftler und Denkmalschützer in einem Offenen Brief besorgt um elf Berliner U-Bahnhöfe entlang der Linien U7 und U9 der Zeit nach 1960, die von den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) umgestaltet werden sollten. Die Architektenkammer Berlin stellt sich am 6. Juli in einem Antwortbrief hinter die Forderungen und bekräftigte: „Deshalb bedürfen die vorgesehenen Veränderungen eines umgehenden Stopps von Seiten der für den Verkehr zuständigen Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, um die bisherige Vorgehensweise zu überdenken.“

Parallel, so melden die Verfasser des Offenen Briefs, zeigte ließ sich Senatsbaudirektorin Regula Lüscher über das Thema und setzte es zur Beratung auf die Tagesordnung ihres Baukollegiums. Nun prüfe das Landesdenkmalamt Möglichkeiten zur Unterschutzstellung von Bahnhöfen der 1950er bis 1980er Jahre – aktuell vor allem „Fehrbelliner Platz“ und „Schloßstraße“. Berlin Mittes Bezirksbürgermeister Dr. Christian Hanke (SPD) und die Architektin des U-Bahnhofs Schloßstraße, Ursulina Schüler-Witte, kritisieren die Umbaupläne – Schüler-Witte spricht sogar von einer „Karikatur“ und weiß sich mit dem Urheberrecht in einer starken Position. So ist es nur logisch, dass die Wissenschaftler rund um den Offenen Brief eine Initiative gegründet haben: Kerberos Berlin zum Schutz der Bahnhöfe – mit eigener Onlineplattform. (kb, 20.7.16)

bauhaus100 legt los

Bauhäusler am Strand (Bild: Irene Bayer oder Marianne Brandt, 1926-27. Bauhaus-Archiv Berlin)
Bauhäusler am Strand (Bild: Irene Bayer oder Marianne Brandt, 1926-27. Bauhaus-Archiv Berlin)

Das 100-jährige Gründungsjubiläum des Bauhauses, das 2019 ansteht, bestimmt schon seit Monaten die Tagungen und Medien. Jetzt geht es auch offiziell los: Die Geschäftsstelle von „bauhaus100“ wurde am 13. Juli in Weimar eröffnet. Damit wurden auch die Personen vorgestellt, die das Jubiläum steuern sollen: Dr. Sven Sappelt und Christian Bodach stehen künftig für die Programmleitung und zentrale Koordination. Für die Aktionen in Thüringen wird Andrea Dietrich verantwortlich sein.

In Weimar 1919 gegründet, 1925 nach Dessau umgezogen und 1933 in Berlin unter dem Druck der Nationalsozialisten geschlossen, bestand die Hochschule für Gestaltung nur 14 Jahre. Doch in dieser kurzen Zeit entstanden Ideen und Netzwerke, die über Lehrer und Schüler des Bauhauses bis hinein in die Vereinigten Staaten, nach China, Israel, Japan, Mexiko und in die Schweiz ihre Wirkung entfalteten. Zum 100. Gründungsjubiläum sollen Geschichte(n) und Gegenwart des Bauhauses, seine Ideen, Werke und Wirkungen mit einem breit gefächerten Programm auf vielfältige Art und Weise vermittelt werden. Unter dem Motto „Die Welt neu denken“ will „bauhaus100“ in ganz Deutschland mit vielen regionalen, nationalen und internationalen Partnern „Impulse für die Auseinandersetzung mit aktuellen Fragen der Gestaltung und des Zusammenlebens geben“. (kb, 19.7.16)

Leipzig und die Industriekultur

A1-Plakat-TIK-2016Vom 11. bis 14. August 2016 finden in Leipzig die 4. Tage der Industriekultur statt. Ziel ist es auch in diesem Jahr, die traditionsreiche Messestadt von ihrer besonderen Seite zu zeigen. Dafür haben die Veranstalter verschiedene Themenrouten zusammengestellt. Hinter dem Motto „Offenes Werktor“ warten beispielsweise Besichtigungen, Führungen und Vorträge zu sonst verschlossenen Produktionsstätten – von der Edelstahlgießerei über das Kugel- und Rollenlagerwerk bis zum Kraftwerk.

Auch Themenmuseen – darunter das Stadt- und Waagenmuseum Oschatz oder das Museum für Druckkunst – zeigen ihre Schätze. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe wird im Deutsches Museum für Galvanotechnik zudem die „III. Internationale Plakatausstellung des plakat-sozial e. V.“ eröffnet. Die Tage der Industriekultur werden ehrenamtlich organisiert vom Industriekultur Leipzig e. V. (kb, 18.7.16)